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und auf Züge praktischer Wahrheit; aber, aber, wo dachten SeineHochwürden hin, als Sie noch fünf Bände für Eltern und Ehelustige,drei Bände für Töchter edler Herkunft, Manisel Hermine, zween lite-rarische Märtyrer rc. nachfolgen ließen, die hitzig gelesen und nachge-druckt wurden? Hermes war für seine Zeit, was für EnglandRichards»«.
Wieland führte das Fräulein Sternheim oder Madame la Röcheder Romanwelt vor, und Dusch, Professor zu Altona, seinen CarlFerdiner in sechs Bänden, und den Verlobten zweier Bräute in sechsBänden, neben seinen Briefen znr Bildung des Geschmacks in dreiBänden, die immer noch am erträglichsten sind, trotz der geziertenSchreibart, die damals blühend hieß, aber er, wie auch diela Röche, die ein bischen zu viel schrieb, darunter mehrere Reisen,blieben, wie Hermes, echte Moralisten, stets den Blick auf Englandgerichtet. Sicher hätten wir früher gute deutsche Romane ohne diesendeutschen Blick nach jenseits des Rheins und des Kanals; tausendDeutsche kannten die Straßennamen von London und Paris besser,als die der eigenen Vaterstadt, und den Galgen von Tyburn besserals den ihrigen, versteht sich aus Romanen. Richardson war einmalan der Tagesordnung und es war hohe Zeit, daß Musäus mit seinemGrandison auftrat, den man als Nachabmung des Brüten kaufte undmit Begierde las, und daher seine Geißelhiebe auf die deutschen Gran-disons und ihre Grandisonnaden desto besser fühlte. Unsern Roman-schreibern, den ältern wie den neuesten, wenn wir ihnen auch nichtdankbar sein wollen für das, was sie gaben, wollen wir doch für dasdanken, was sie in der Feder ließen.
In diese Zeiten fällt auch Geßners Schäferroman, Daphnis.Schäfer sind noch am ehesten im Alpenland zu finden; aber warummußte Wieland sich an das Ausland halten, als ob Deutschland garnicht da wäre? Sein erster komischer Roman: Don Silvio von Ro-salva (1764) hält sich an Cervantes und Marivaux; in seinem Pere-grinus Proteus, Agathon, Abderiten, der Krone seiner Romane, diejedoch Andere dem Agathon nachsetzen, herrschen griechische Philosophieund Sitten, und Sterne hat so viel Einfluß auf den deutschen undberühmten Mann, als nur immer Lucian und Horaz. Welchem Deut-schen wären jene lieblichen Romane unbekannt neben Danischmende,Diogenes, dem goldenen Spiegel und Aristipp, welche vier letztereWerke man in spätern Jahren jenen vorziehen dürste. Alle sind vollwahrer Lebensweisheit, lachenden Witzes in fließender, anmuthiger,