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reiner Sprache, die vielen Schachtelperioden und die franbasenmäßigeRedseligkeit abgerechnet; aber meine Hauptanschuldignng ist: sie sindnicht deutsch.

Wieland kam als halber Pietist aus der Schweiz zurück; ausseinem Unigang daselbst ist die Sache erklärlich; er schrieb die PrüfungAbrahams und einen Anti-Ovid, er schrieb Psalmen und Briefe Ver-storbener an ihre Hinterlassenen; aber bei Gras Stadion zu Wart-hausen wurde er zum Aristipp und Erotiker, aber auch zum Abgottder Lescwelt, und sein Agathon neben seinen komischen Erzählungenerregten weit mehr Lüsternheit und Sinnlichkeit als die deutsche Bühne,und weit mehr, als er wieder zu besiegen vermochte; mit seinem Aga-thon (1767) mehrte sich sichtlich die Weichlichkeit und französische Ga-lanterie unseres sonst so einfachen Vaterlandes. Man hat Wielandden Voltaire der Deutschen genannt; er war mehr und weniger, wieman will; Voltaire hatte unendlich mehr Genie und Witz, aber Wie-land war solider, gelehrter und nicht bloßer Spötter ohne Gemüth,er kannte ein sittliches Ideal, das dem egoistischen Patriarchen Frank-reichs nie vor Augen stand. Und doch scheint es, daß man stattWieland — Weiland lesen werde. Darf ich gewisse andere Herren,die weit stolzer als der gute Biberacher sind, darauf aufmerksammachen?

Shakspeare und Rousseau, Lieblinge der Deutschen, riefen stetsNatur! Natur! und so standen Göthe und Klinger auf und verbrei-teten eine Morgenröthe, die zur Abendröthe der Theologen und Philo-logen und der wohlhergebrachten geistlichen Erquickstundeu wurden.Liebe spielte nun die Hauptrolle, man genoß des Lebens süßeste Wonnezuvor und nach, versetzte sich in den Orient des Lebens und genoß nocheinmal die Rosenzeit im Traume der Erinnerung; das WertherscheFeuer und der Klingersche Sturm und Drang in Romanen vollDichterkraft und philosophischer Wahrheit, die Komisches und Ernsteszn mischen wußten, löschten die empfindsamen Thränen Siegwarts.Hatten Christenthum und Rittergeist das weibliche Hausthier zurGesellin erhoben, so erhoben nun empfindsame Romane die Gesellinzur Göttin, und diese Göttinnen weinten süße Thränen in die Mond-nacht hinein, wenn Pflanzenseelen und empfindungslose Eltern denSiegwartcn und Mariannen, den Carls von Burgheim und Emilienvon Rosenau, den Herforts und Klärchen nicht erlauben wollten,

Das Schauspiel für Götter,

Zwei Liebende zu sehen —