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Leitung eines vollkommenen komischen Romans verwandte; er wäreder Mann gewesen, und hieße statt Philo der deutsche Fielding.
Er schrieb „den Roman meines Lebens," der viel Wahres ausseiner eigenen Lebensgeschichte enthält; Peter Claus, den er für seinenbesten erklärte und der auch in mehrere Sprachen übersetzt ist, z. B.in die französische unter dem Titel: Oitbtaa ^Hemanä; das Leben desarmen Herrn von Miltenberg, die Reise nach Braunschweig und Fritz-lar mit ihrem Seitenstück, die Reise auf die Universität. Es warenrecht zeitgemäße Satiren auf des Schwärmers Lavater Reise nachKopenhagen, auf der dieser überall fromme Salbadereien nicht nurauskramte, sondern auch seine Denksprüche an die Wände schrieb, wiereisende Handwerksbursche in den Abtritten. Er schrieb ferner einJournal aus Urfstädt, Ludwig von Seelberg, Amtsrath Gutmann;wichtiger und von Politischer Tendenz aber waren: Wurmbrands poli-tisches Glaubensbekenntniß und Noldmanns Aufklärung von Abys-sinien, ein komisches Gegenstück zu Sultan Peter der Unaussprech-liche, und dann die allerliebsten hinterlassenen Papiere des HerrnEtatsraths von Schafkopf. So oft ich diese drei letztgenannten Werkebetrachte, so rufe ich: „Armer Knigge, warum mußtest du sovielschreiben und nicht so alt werden als Nicolai!"
Soll ich noch einige vergessene, aber keineswegs schlechtere Ro-mane früherer Zeit — bei Romanen sind wie bei Damen dreißig bisvierzig Jahre schon Alter — anführen? Veit Rosenstock, 1776, fielmir, nebst Robinson Crusoe, früher in die Hände als Siegwart undWerther, und das war gut, ob es gleich ein bischen platonischer beieinem Rosenstock zugehen sollte; Max Wind und Consorten, HerrSchlendrian oder der Richter nach den neuen Gesetzen, Löfflers Rittvon zehn Meilen, Laukhards Annalen der Universität Schilda, Schütz'sunsichtbarer Prinz und Herr Puff (nach Pigault le Brun), vorzüglichCramers Erasmus Schleicher, der solchen Beifall fand, daß der Ver-fasser nicht zu schleichen brauchte und Vielschreiber ward wie seineCollegen Lafontaine und Spieß; höchstens möchte noch sein HofnarrPaul Asop genannt zu werden verdienen unter einigen achtzig Bän-den, womit er dem Publikum ein Geschenk machte, welches er wahr-scheinlich für einen nahen Anverwandten ansah von Paul Asop.
Alle diese Romane gehören nicht gerade zu den schlechten, vielehaben selbst mehr oder weniger komisches Salz, sind aber noch langekeine deutschen echtkomischen Nationalromane, und auch nicht einerscheint mir das Meisterrecht zu verdienen oder die Ehre, neben Cer-