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für die Hirten, die diese Heerden nicht weiden, sondern scheeren undtodtschlagen. Der Soldat sieht sie als seine Beule an, und um denJammer zu vermehren, lassen sich geldgierige Europäer unter ihnennieder, und die Eifersucht der Kaufmannsgilden vollendet das Elenddieser Völker. Wie zufrieden muß der Abendländer sein, wenn erauf diese seine Bruder im Morgenlande blickt; der Abendländer, deretwa 160 Millionen stark auf dem kleinsten und nicht gerade frucht-barsten Erdtheile die ganze übrige Welt beherrscht durch seine Kultur!— Und in Afrika und Amerika ist es nicht besser; nur die Kinderder Natur in der Südsee, wo keine Europäer hingekommen sind, mögenglücklicher sein als die Europäer.
Es ist ein Glück, daß Instinkt, nicht Vaterlandsliebe, Jedem seinVolk und seine Heimath theurer macht als Las Ausland. Dieser ani-malische Trieb pflanzt den Römer in seine Sümpfe, wie den Hollän-der, und den Neapolitaner an seinen Feuer und Lava sprühendenVesuv, wie den Lappen an den eisigen Nordpol, an sein Rennthierund seine stinkenden Fische; den Araber an seine brennenden Sand-wüsten, wie den Schweizer au seine Alpen, wo der Kuhreihen tönt,den er überall hört. Dem unglücklichen Neger ist kein Wasser so süßals das aus dem Brunnen seines Dorfes, und kein Baum wirft einenso kühlenden Schatten als der Tabba des glücklichen Ortes, wo er desLebens Frühling und seine Freiheit genossen bat. Wir nennen dieNaturvölker Wilde, sowie wir die Thiere in voller Freiheit undNaturgenuß auch wilde nennen, und sind sie nicht in der Regel imvollen ungestörten Genuß der Natur, der Liebe und der Freiheit glück-licher als unsere zahmen oder Hausthiere?
Jedes Volk liebt seine Nationalthorheiten und Fehler, wie derEinzelne, und wenn auch heutzutage nicht mehr von Autochthonen dieRede ist, wie zu Athem, worüber schon Antisthenes spottete und seineLandsleute „Brüder der Schnecken und Raupen" nannte, wenn auchder Fremdling nicht immer ein Elender heißt, und nicht mehr, wiedie Juden, in eigenen fremden Gassen leben muß, so heißen dochnoch heute diese Gassen an manchen Orten das Elend, und oft genugist der Fremde auch noch elend daran. Der Lotos des Homers, deralle vorigen Verhältnisse vergessen macht, und einen unwiderstehlichenReiz erweckt, unter den Lotophagen zu bleiben, wächst wenigstens nichtim Norden. Aber wer in das Land der Buckligten reiset, ist sicherbesser daran, wenn er selbst einen Buckel hat, oder handelt weise, wenner in Ermanglung eines natürlichen sich einen künstlichen anschnallt;