178
dem Großvater nach einer Basquetrommel, die ganze Dörfer regemacht; selbst der, der des Tages Last und Hitze getragen hat, rafftsich wieder vom Strohsacke auf und schließt sich an:
Viva 1a.so!a,k'iäorr 1a trlstegsa! *
Wie ruhig war es in unsern Dörfern, wenn deutsche Truppen ein-niarschirten; kaum waren Franzosen da und die ersten Bedürfnisse desHungers und Durstes gestillt, so war das Dorf ein Jahrmarkt.
Diese beueidenswerthe 6l-llst6 lm herrlichen Süden Frankreichs,den ich Italien weit vorziehe, weil doch der Mensch dem MenschenAlles ist oder sein sollte, machte einst auf die gelehrte hypochondrischeGravität des zwciundzwanzigjährigen, von deutschen Akademien kom-menden Jünglings unverlöschlichen Eindruck, und eine der wohlthätig-sten Revolutionen in seinem Innern, und wenn ich mich jetzt an diesenZeiten erwärmen will, so nehme ich unsern Thümmel zur Hand, oderein aus der Provence selbst mitgebrachtes, mir gleich werthes Werk,das unter uns weniger gekannt ist: llkranAvr soirsos ^roven^alss.Nie vergesse ich das Couplet, das ich am Fuße der Pyrenäen voneinem sechzigjäbrigen Franzosen zum ersten Male singen hörte:vitz Mest gu'un Lemons sur Is x38S3A6
Isevoiis äe I'smpsIIii', Lss rvses äu xlsisir. ^
Wenn unter den egoistischen Engländern so viele sterben an bro-kon Kskli-t, so haben Franzosen das Sprüchwort: ksrsonns ne ineurt<lo oli-iAriu 2 und ihr mourir cks oüagrin gehört unter die oben an-geführten Hyperbeln; sie sterben eher aus Langweile, denn alle Augen-blicke hört man ein: zs msuro ä'snnui. * Keine Nation wandert mehraus als die Franzosen; aber eben der unruhige Nationalcharakter, dersie hinaustreibt, treibt sie auch wieder heim in das schöne Frankreich,zu ihren herrlichen Weinen und ihrem geselligen Leben. Seit W15erschienen zu Paris „Annalen des Lächerlichen mit Karikaturen" inQuart. Franzosen und Parisern kaun es nie an Stoff dazu fehlen;sie lachen über Dinge, worüber sonst Niemand lacht; sie lachen überalle Nationen, über ihre eigenen Lächerlichkeiten natürlich am wenigsten.
Nationallächerlich ist aber ihre Unbckanntschaft mit dem Auslande,
t Es lebe die Freude!
Pfui der Traurigkeit!
2 Nur eine Reise ist das Leben I Und auf dem Weg' uns stets bestreben.
Drum laßt uns Schönheit ihm verleih'»; s Der Freude Rosen auszustreun.
2 Gebrochenem Herzen. — Niemand stirbt aus Kummer. — ^ Ich sterbe vor langerWeile.