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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Italiens stets blauer wolkenfreier Himmel, der stärkende Aether,die großen Umgebungen klassischer Natur und Kunst, der edle Nektarund die balsamischen Fruchte des Südens, die lebendigen ModelleRaphaelischer Madonnen und Gnidoischen Magdalencn mit dem schwarzenFlammenauge in üppiger Körperfülle und im Munde die süße Göttcr-sprache, die immer grünen Eichen, Platanen und Pinien, und selbstPalmen, die Symbole des Sieges der Helden, wie der Märtyrer,die zwar keine Früchte tragen, deren Blätter aber die Stelle derFrüchte für die armen Bewohner von Nizza vertreten, da sie in derCharwoche gebraucht werden; diese ganze südliche Natur, umflossenvom heiligen Meere, findet sich diese im Vaterlands? Bleiben möchteich nicht in Italien, aber so, wie man in den Hundstagen nach denBädern zieht, möchte ich in den Wintertagen nach Italien ziehen kön-nen, wie Britten. Die Harmonie der Sprache hat heute noch Reize fürmich, sonst würde ich vielleicht keine Italiener mehr lesen, das Sprechenhabe ich verlernt, woran nicht viel verloren war, denn ich lernte esnicht zu Florenz, sondern am Genfnfer von meinem Friseur, einemPiemontesen. Daß ich Mittel- und Unteritalien nicht gesehen habe,das verdanke ich einem Freunde, der meine hiezn ersparten Tausendzweihundert Gulden in Gold zu seinen Handen nahm. Voltaire'sWorte: z'ai touzours sur ts sogar äs inourir Sans voir I'ltslis lgingen mir sonst immer im Kopf herum, jetzt werde ich auch ohneItalien ruhig sterben.

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

Kennst du es Wohl? Dahin, dahin,

Möcht ich mit dir, o meine Liebe, ziehn!

t Es liegt mir stets im Herzen, daß ich sterben nmß, ohne Italien gesehen zu haben.