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und geschätzt. Der amerikanische Kapitän verkauft den deutschen Ko-lonisten, zum Ersatz der Fracht, für zwanzig bis sechsundzwanzigPfund Sterling, den Franzosen bringt er nur zu fünfzehn an, denEngländer und Schottländer nur zu elf bis zwölf, den Iren nur zusieben bis neun Pfund, den Spanier und Portugiesen mag man nichteinmal. Wenn sonst der Franzose der Kammerdiener und Koch vonganz Europa war — zu meiner Zeit hatten sie wichtigere Dinge zuthun, und spielten lauter Heldenrollcn — so ist der Deutsche noch jetztder Handwerker, der Bäcker, Schutz-, Reit- und Hausknecht und auchSoldat desselben. Der deutsche Boden war nie besiegt: aber seineAutochthonen sind es längst, die Angeln ausgenommen. Deutschlandwar und ist das große Bevölkernngsmagazin für Ungarn und die bei-den Indien, für die Wüsten von Sierra Morena, wie für die desweiten russischen Riesenstaates; es ist noch heute die Pflanzschule derPrinzessinnen für europäische Throne. Der alte Chroniker Seb.Frank, der Germania von gsriuino (hervorsprossen) ableitet, sagt:„Es ist nichts denn Kind über Kind in T., sonderlich in Schwaben,nnd ist ein Wunder, wenn Jemand eine unfruchtbare Schwäbin findt"(sie kommen zweimal im Jahre nieder), daher das Sprüchwort: Schwa-ben und bös Geld führt der Teufel in alle Welt.
Man kann die Deutschen füglich die Juden des neuen Europanennen, denn wir sind wie diese zerstreut und leider an manchen Ortensolchen gleich gerechnet — wir, die unschuldigen Urenkel der herrlichstenVater und Theilcheu der tapfersten, geistigsten, schönsten, kräftigstenund unverdorbensten Nation. Unsere Vielherrscher haben unsere an-geborene Herrlichkeit so sehr gevierthcilt, oder eigentlich verhundertund vertausendt, daß kein Ganzes mehr übrig ist, ja unter Napoleonwaren wir in hoher Gefahr, auch noch als Schergen eines wildenTyrannen den Haß des Auslandes auf uns zu laden und den schänd-lichsten Abschied zu nehmen aus der Weltgeschichte und der Reihe derNationen; es war unstreitig die schändlichste Zeit, welche die Deut-schen je erleben konnten.
In ganz Europa stehen ernste Wissenschaften nirgends höher, alsbei dem fleißigen gründlichen Deutschen, dem Großhändler der Gelehr-samkeit. Man fängt auf deutschen Universitäten damit an, womit mananderwärts aufhört; die Aneignung alles Fremden ist einer unsererCharakterzüge, vielleicht durch das spätere Aufblühen unserer Literaturund durch unsere Bekanntschaft mit lebenden Sprachen. Daher hatkeine andere Nation solche ausgebreitete Kenntnisse, begünstigt durch