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wie Paulus vor der Stimme des Donnerers. Fürgürtli für Schürze,
Reiten für Fahren, besch.Teller für unreine Teller, das ist
allenfalls noch zu verstehen. Aber welcher Deutsche erklärt mir das:Welly Ziet hascht? Hätten öppen öpper öppes doh? oder : Müenderöppis wörke? Es ist das deutsche: Wie viel Uhr ist es? Hat dirJemand etwas gethan? Müßt ihr etwas arbeiten? In der altenZüricher Bibel Ps. 23 steht: „Du schmierst unsern Grind mit Schmutzund schenkst mir geschwiebelt und geschwäbelt voll ein." Wer er-kennt in Missi, Knri, Bappi, Sämi, Bäni die Namen Hieronymus,Konrad, Jakob, Samuel, Bernhard? Gebildete Schweizer, die nichtviel besser sprechen, sprechen daher mit dem deutschen Bruder lieberfranzösisch; aber eine Bernerin sagte zu Meiners Frau, die sie deutschangeredet hatte: „Liebs Frauli, i versteh kein Welsch!" Doch in denösterreichischen Gebirgslanden ist derselbe Fall, oft selbst in Schwabenund Franken. Welcher Deutsche würde z. B. die hohenloh'sche Bäue-rin verstehen, wenn sie von Ostereiern spricht, die der Hase den Kinderneinlegt, wie der Storch die Kinder selbst, und solche nennet: HoscheGakele? Es ist schade, daß wir kein rechtes Schweizeridiom haben zurBereicherung der deutschen Sprache mit altdeutschen Kernworten; z. B.kommlich für bequem, „Brennt's" für Branntwein, meineidig fürschlecht, garstig (wüstes) Mensch und der Fluch Donnerschieß, donner-schießiges Spiel.
Wahrhaft frei waren einst die kleinen demokratischen Kantonsbe-wohner, als sie ini Jahre 1417 Papst Martin in den Bann that, weildie Landsgemcinden beschlossen hatten, „daß wenn einem ihrer Lands-lüte durch päpstliche Dispensation erlaubt sei, zu cheirathen für Geld,und dies recht sei, so solle es für ihn auch erlaubt sein ohne Geld."Auf den Bannstrahl beschlossen sie mit kalter Vernunft: „sie wolltennit in dem Ding (Bann) syn, wyl es unrecht syg" u. s. w. und soverlor der Bannstrahl seine Kraft bei einem geradsinnigen Hirtenvolkezu einer Zeit, wo noch Könige vor dem Unding bebten. Dennochherrscht jetzt in diesen kleinen Kantonen Aberglaube und Bigotterie,und es heißt oft etwas Freiheit, was reiner Ungehorsam gegen Obrig-keit und Gottheit ist. Man muß die Schweiz lesen wie Gedichie,sehen wie Gemälde, aber nicht dort weilen.
Aber längst zwangen die Idyllen schöngeisterischer Schweizerrei-senden dem, der das Land näher kannte und nicht bloß durchsing, einmitleidiges Lächeln ab, wie die Schildbürger vor Gersau, die kleinsteSchweizer Republik von achthundert Seelen, die aber einen Rath von