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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Im Ganzen möchte ich doch das von den Schweizern sagen, was JeanPanl umgekehrt von den Holländern sagt: Sie sind eine verbesserte,von Druckfehlern gereinigte Ausgabe der Deutschen.

Diese einfachen Menschen leben von Milch und Käse, und dochist der Kaffee auch hier eingedrungen, jedoch nur festlich, so wie etwabei uns der Punsch. Acht Tassen sind kaum ein Ansang und Aermcretrinken ihren Kaffee ohne Zucker, oder statt desselben mit Salz. IhrLuxus besteht in ihren Heerden, und wenn die Garderobe kaum fünf-undzwanzig Gulden werth ist, so trägt die Lieblingskuh nicht selteneine Silberschelle von fünfzig Gulden an Werth. Der Mensch ist beidem Bergschweizer nur iu der zweiten Ordnung, und der Käs wenigerselten als das Brod. Das Vieh trinkt, der Mensch sauft. Die höf-liche Einladung eines Wirthes im Berner Oberlande ist: Kommetsufen.

Echt national sind die Volksfeste der Schweizer; die Schwing,feste sind echt griechische Wcttkämpfe, die Huldigungs- oder Schwör-tage, die Hirsmontage, wo vorgefallene Streiche satirisch durchgehecheltwerden, die Schützentage und Exerzierzeit und das liebliche Winzerfestzu Vevay.

Höchst naiv und witzig sind die Bewohner der kleinen Kantone,namentlich die Appenzeller. Professor Bodnier, dessen scherzhafterBegleiter dem Schweizer vor einem geschlossenen Gatter sagt, daßBodmcr ein Professor, und ein Professor ein Mann sei, der Alleskönne, mußte das Gatter selbst aufmachen, weil der Schweizer derMeinung war, wenn ein Professor Alles könne, so müsse er auch einGatter öffnen können. „Was ist denn Krieg?" fragte ein Offiziereinen Unterwaldner, den er anwerben wollte. — „Was gebt Ihr mir,wenn ich es Euch sage?" Der Offizier gab ihm ein Stück Geld undder Unterwaldner sagte nichts; ließ sich noch ein Stück geben undsagte wieder nichts; der Offizier wurde böse. „Wenn einer mehrnimmt," sagte nun der Junge lachend, „als ihm zukommt, und derAndere darüber böse wird, wißt Jhr's nun?" Ein Bauernkopf ausAppenzell ist vielleicht noch das einzige freie, kühne Gesicht, das wirunter dreißig Millionen deutscher Gesichter auftreiben können.

Die Sprache ist immer der richtigste Maßstab der Kultur undSittlichkeit in der Schweiz. Das breite Gutturalschweizerdeutsch er-schreckt das Ohr des Süddeutschen und muß das des Norddeutschenzerreißen. Wie mögen nun erst die alten Germanen des Tacitus ge-sprochen haben? Unsere Damen wären sicher in Ohnmacht gesunken,