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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Däne trinkt Branntwein, raucht und schläft. Selbst unter den Pferdenherrscht ein auffallender Unterschied, diesseits groß, jenseits klein.

Reinerer Himmel und strengere Luft mischten in das schwedischeNationalphlegma weit mehr Munterkeit als in das dänische. DerSchwede erscheint zwar ernst und kalt wie sein Land, aber bei nähererBekanntschaft ist er munter, gesellig und gutmüthig. Freiheit undVaterland haben einen hohen Sinn. Treue und Gastfreiheit hat vonjeher die germanischen Völker ausgezeichnet, und hierher haben sie sichgeflüchtet. Hier ist der Fremdling unter ehrlichen Menschen, und selbstdie dienende, niedrige und geplagte Klasse ist für ein paar Stüvcrweit freundlicher als anderwärts, und was kann dem Menschen unterMenschen Freundlicheres und Süßeres begegnen? Das Große, Kräf-tige und Gewaltige der nordischen Menschennatur sieht man in denDalekarls, und diese sind gerade auch die frohsinnigsten Menschen.Menschen, die hundert bis hundertundzwanzig Jahre alt werden, sindnoch keine besondere Seltenheit. Hier ist Armuth, aber auch patriar-chalische Einfalt, und daher keine Bettler, die in dem reichsten Staate,Großbritannien,, eine förmliche Gilde machen. Schweden ist im Nor-den das humamste, freundlichste Land. Im heiligen Land Italienmuß man sich wor Menschen fürchten, hier höchstens vor Wölfen,

Den Schwaden sperrt ein neunmonatlicher Winter in seine elendeRauchhütte, wo> dann freilich keine große Thätigkeit herrschen kann undbegreiflich wird, wenn der Arbeiter erst seine Woche mit dem Mittwochbeginnt. Ein solches Klima neben Pöckelfleisch und eingcsalzenenFischen entschuldigt das Trinken, ünd Trunkenheit verführt leicht zurWollust, wenn das Zusammendrängen der Geschlechter in langen ein-förmigen Winterabenden nicht dazu verführt; haben ja bei uns auchLangeweile und Lebenseinförmigkeit sichtbaren Einfluß auf die Frucht-barkeit des Pfarrers und seiner Gemeinde. Die Einförmigkeit magauch Schuld sein an dem Hang zu Gastereien, der sich bis auf dieBauern erstreckt, welche auch nebenbei ihren Ueberfluß gerne in silber-nen Geschirren sehen lassen, denn der Schwede ist in Hinsicht der Eitel-keit der Franzose des Nordens, und die Kammer des Wohlhabendenmit mehr Wüsche und Kleidern angefüllt, als die Familie in einemJahrhundert braucht. Im Norden spukten von jeher Geister undZauberer mehr als anderwärts, und so glauben denn auch die Schwe-den noch fest an Berg- und Wassergeister (Elfen Elf, der Fuß Elbe),hören noch in der Stille der Nacht die Geisterharfe und sehen im