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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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sein müssen, und am Spieße noch mehrere Tage leben, Tabak rauchenund Raky trinken? Und wer nicht die Thaten der Panduren unterTrenk und Mentzel, oder die Rothmäntler in den ersten Jahren desfranzösischen Krieges, die man daher von den Armeen menschenfreund-lich entfernte? Der einst so furchtbare Name der Jllyrier — Pandur,kommt von ihrem musikalischen Instrumente Pandora her, ohne welchessie sonst nie zu Felde zogen. Die Morlachen aber schimpft man mitdem Namen Heiduken, denn es bedeutet Ueberläufer, Räuber, Mör-der. Die geehrtesten Heiduken waren die an unsern weiland kleinendeutschen Höfen verkleideten Menschenkinder, Heiduken und Husarengenannt. Welcher Reisende hätte wohl jene Morlachen und Pandurenund die Wölfe und selbst die ungarischen Schäferhunde nicht gefürchtet?Das Geschrei a karkas! n tarkas! (der Wolf! der Wolf!) bedeutet inUngarn so viel als fliehen. Die reichen ungarischen Nebenländer er-warten erst noch ihre Kultur. Joseph fing erst an, Straßen anzulegen,und noch fehlt es wie im Mittelalter an Gaslhöfcn. Die Gastfreiheitder Klöster und des Adels ersetzen einstweilen diesen Mangel, undein gewisser Edelmann, froh, Gesellschaft zu haben und etwas Neueszu hören, pflegte die Vornberreiseuden einzuladen mittelst einesSprachrohrs. Pesth aber, die schönste Stadt Ungarns, ist UngarnsLondon.

Die Dalmatier und Morlachen sind vollends halbe Wilde,schlimmer als Türken, und gehen nie ohne Flinte. Sie sind zwargastfrei und gutmüthig, je naher sie noch dem Naturzustände stehen;aber auch rachelustig, faul, abergläubisch und bettelarm, namentlich dieHeiduken. Diese fuhren, wie die Buschhottentotten, ein wahresRäuberleben unter den Italienern, unter denen sie sich aus Mangelan Achtung vor diesen Oberherrn immer mehr verschlimmerten. Oester-reich erhält aber in ihnen tapfere Soldaten, und sie werden Kulturgewinnen. Im Morlachen, dem größten Knoblanchfresser der Welt,wogegen er Kalbfleisch durchaus verabscheut, zeigt sich allerwärts deralte Slave, und im Dalmatier, der mehr zusammenwohnt, der Ita-liener, oder eigentlich mehr der alte verderbte Römling, kriechend,furchtsam, schlau, voller Ränke und geheuchelter Frömmigkeit. InDalmaticn kann man noch nach fünfzehnhundert Jahren sehen, wasder Römer war unter Augnstulus und Audronicus. Aber Physischgenommen, wohnt hier ein herrlicher Menschenschlag, bei seiner ein-fachen Lebensweise so gesund, daß hier neunzig und hundertjährigeGreise nichts Seltenes sind, und jede Krankheit sich heilt, wie bei wil-