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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Mächtig einwirkt, daß er frühe in sich selbst verlöscht. Es herrscht inder vegetabilischen Schöpfung des herrlichen Orients eine auffallendeEnergie und Kraft, warum sollte sie nicht auch in der animalischenherrschen, ohne sich nach unserem europäischen Maßstabe zu richten,der wenigstens bei Türken offenbar zu klein sein würde. Es ist auchnoch keineswegs entschieden, ob das Verhältniß der Knaben und Mäd-chen und die Dauer der Forlpflanzungsfähigkeit so gleich wie in Eu-ropa, das daher zur Monogamie bestimmt ist, gefunden werde. Esscheint vielmehr, daß in heißern und daher wollüstigern Himmels-strichen mehr Mädchen als Knaben geboren werden, da die Männernicht gleiche Enthaltsamkeit mit den Weibern haben, die in ihrerSklaverei wohl oft enthaltsam sein müssen, und daher pflegen weib-liche Geburten vorzuschlagen und Polygamie ist natürlicher alsbei uns.

Echt orientalisch ist die Predigt jenes Jmans von den Pflichtender Ehe, die Sonnini anführt. Diejenigen, die beim Anbruche derNacht ihre Pflicht erfüllen, sprach der Jman, thun ein so verdienst-liches Werk, als wenn sie einen Hammel opferten; opfern sie zumzweiten Male um Mitternacht, so ist's so viel, als ob sie ein Kameelopferten; ein drittes Opfer gegen Morgen ist der Freilassung einesSklaven gleich. Eine Ehefrau, welche die Predigt trefflich behaltenhatte und für das Wohl ihres Mannes zärtlich besorgt war, sprachAbends: laß uns den Hammel opfern, und er ward leicht geopfert;gegen Mitternacht weckte sie zum Opfer des Kameels, und er opferte;als sie aber gegen Morgen auch von Freilassung des Sklaven sprach,rief der Mann: „Meine Theuerste, ich bin dein Sklave und beschwöredich, mich freizulassen!" Es hat Orientalen gegeben, die vier bisfünfhundert Knaben zeugten, die Mädchen ungerechnet, und welcherLärmen ist unter uns, wenn es einer bis zum Segen Jakobs, bis aufein armseliges Dutzend bringt? Vielleicht wäre dem nicht also, wennman nicht auf den Altären opferte, von denen'der Jman nichts sagt,und nicht öfter, als der Jman für den Altar des rechten Gottes for-dert. — Im Orient wäre es ein sehr linkisches Compliment, zufragen: „Wie befindet sich die Frau Gemahlin und die werthestenFräulein Töchter?"

Schönheit schätzen die Morgenländer nach dem Gewichte; je dicker,desto schöner; unsere Schlanken, die wir lieben, um desto näher anihrem Herzen zu sein, würden auf dem Markte sitzen bleiben. EineSchöne ist schon schön, wenn sie nur weiß ist; ist sie fett, so ist sie