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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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sklavcn bloß darum frei zu sein wünschen, um nicht arbeiten zu dür-fen, und vermöge dieser Trägheit und jener Gefühllosigkeit, Genüg-samkeit und Gedankenlosigkeit, sagt man, sind sie von Natur Knechte.Aber ist das philosophisch?

Alle Neger für frei erklären, sowie sie jetzt sind, wäre so un-politisch als die Juden, sowie sie sind, in alle Rechte des Bürgerseinzusetzen. Angeborene oder erworbene Vorzüge verdienen Vorrechte,so gut als Erwachsene vor Kindern, Männer vor Weibern, Gebildetevor Ungebildeten, und Redliche vor Schuften; aber die Neger gerade-zu für dumm zu erklären, scheint mir dumm. Der Neger ist nichtdümmer als unser gemeiner Mann eastoris xaridus.' Wir kennendie Neger im Innern und in ihrer Freiheit noch viel zu wenig, undin Amerika, wo wir sie am meisten beobachtet haben, wie Vieles mußda nicht auf Rechnung der Sklaverei geschrieben werden, die denMenschen verschlimmert, wie Vieles an den Küsten Afrika's auf Rech-nung der Weißen? Viele Negerstämme ohne Verkehr mit den Weißenleben in Unschuld, als wahre Kinder der Natur, und grobe Laster,wie Dieberei und Mord, kennen sie weniger als die Europäer. IhreLaster kommen sogar auf Rechnung derer, die sich Christen nennen;ihr Druck bringt sie hervor, wie in Europa die Laster der Iren undJuden. Mungo Park bat uns den Neger in Freiheit kennen gelehrt.Bruce schwärmte für die Quellen des Nils, Mungo Park für denAusfluß des Niger oder Joliba (nach ihm ist es der Congo, nach An-dern der Niger selbst). Er schiffte in einem von den Negern erkauftenCanot, das er den Schooner S. brittischen Majestät Joliba taufte,auf dem Flusse Joliba, dessen Entdeckung er sein Leben geweiht hatte,verlor einen seiner Begleiter um den andern, und starb endlich selbstauf seiner zweiten Reise an den Ufern des Joliba in der Nähe vonHauff«. Sein Führer wurde bei einem Flußübergang von einemKrokodil in der Mitte gepackt; er drückte mit den Daumen dem Un-geheuer die Augen aus und ward so gerettet. Thäte das ein europäi-scher Riesenmuth im Rachen eines solchen Thiers?

In den Zuckerinseln vervollkommnen sich die Neger offenbar. DieCreolneger sind schon weit besser, und nennen die Ankömmlinge nurSalzköpfc, Guineavögel, sich selbst aber edle, weise Menschen, Spanier.Auf vielen Pflanzungen leben aber auch die Neger nicht bloß glück-licher als in Afrika, wo sie Sklaven ihrer Könige oder eigener Lands-leute sind, sondern selbst glücklicher als Tausende von unsern armen' Unter gleichen Vorbedingungen.