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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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und Fabrikaten ist daher nirgendswo lebhafter und wichtiger, alszwischen Europa und Amerika, wenn gleich dieser Handel leider bloßeinheimisch bisher gewesen ist, d. h. zwischen dem europäischen Mutter-lande und seinen Kolonien. Es ist ein altes Vorurtheil, daß die Be-herrschung eines Landes die einzige Weise sei, es zu besitzen oder Bor-theile davon zu ziehen. Europäische Fabrikwaaren werden in Amerikaso gesucht sein, wenn es einst frei sein wird, als jetzt die Kolonial-waaren bei uns und weit mehr, denn durch Freiheit muß sich dieBevölkerung und der Wohlstand mehren.

Die Gold- und Silbergruben Amerika's machten den Werth desGeldes auf ein Drittlheil seines vorigen Werthes herabfallen, undwer sonst dreitausend Gulden auszugeben hatte, hat jetzt nur noch tau-send, wenn gleich der Luxus stieg, und die Hälfte dieses Geldes nachAsien geht. Es ist nicht uninteressant, die Preise unseres Hunger-jahres 1817 mit den Preisen aus dem Jahre 1454 zu vergleichen, dieuns ein altes Rechenbuch der Abtei Haisterbach am Siebengebirgemit der Bemerkung aufbewahrt hat, daß es ein Jahr großer Theue-rung gewesen sei. Ein fetter Ochs kostete 3'/z fl., eine Kuh 2 fl.,ein Kalb fl., fünfundzwanzig Hammel 8 fl.,' ein Schwein 1 fl.,fünfundzwanzig junge Hühner 1 fl., vierzig Dutzend Eier '/« fl., drei-zehn Pfund Butter fl. Man schickte wegen der großen Notheinen Expressen nach Köln, der das zweifache Ueberfahrtsgeld undseinen standesmäßigen Unterhalt bestritt mit — drei Hellern.

Amerika gab uns schwerlich die größte Plage, die es nach seinerEntdeckung in Europa gab — die großen Blattern; aber mit desto mehrGewißheit gaben wir ihm unsere kleinen, oder die Pocken und Brannt-wein. Amerika gab uns die großen Wall- und Stockfischereien undden reichen Pelzhandel, und nichts begünstigte so sehr das Aufkommender Städte und des Bürgerstandes gegen den unterdrückenden Klerusund Adel, als alle diese neuern Zweige des Kunstfleißes und Han-dels; nichts so sehr die Freiheit und Toleranz, aber auch leider denscheußlichen Sklavenhandel und die Rcichthumsbegierde, die jetzt andie Stelle der Ehrbegierde getreten ist; Amerika heilte den vom Miß-brauch seiner Kultur schwindelnden Europäer, öffnete dem Unglück-lichen einen sichern Zufluchtsort und gab ein großes Beispiel, wieStaaten sich bilden können ohne Mord und Krieg, ohne Raub undEroberung, ohne Feudal- und Religionsdruck. Amerika wurde einGosen jenseits des großen Wassers, und welche Rolle muß es erstspielen, wenn es früh oder spät frei sein wird?