und Waden. Viele haben durchaus keine andere Jdeenverbindung,als Kälberbraten und Wein, Tabak, Kaffee und Spielkarte, Weib undBette, Visiten und Schlaf; ja, jeder Stand hat beinahe seine eigeneMoral. Der Handelsmann würde lachen, wenn man von ihm ver-langte, nach dem wahren Werth nur seine Waare zu verkaufen, undjener Reichsgraf voller Schulden ruft bei der ihm ausgeworfenenCompctenz: „Wie soll ich davon standesmäßig leben?" Viele habensich und ihre Nachkommenschaft standesmäßig ruinirt, und ist keinemeingefallen, daß ehrlich und redlich nach den Umständen leben edlersei, als standesmäßig in den Tag hineinleben. Falls Kaiser ruft mitseinem Hofmarschall beim Schall der letzten Posaune: Huol brait in-ksrnal! Huslls musigus abominsbls! Jener Reichsgraf, dem mansagte: On sn psrls dsauooup clans 1o gründ inouds, fragte: dnusIsgnol, s'il von« Mit,' und jenes halbtodtcn Schweizers, der schonauf der Galgenleiter stand, und den der vvrüberfahrende Ludwig XUbegnadigte, erste Idee war, den König um ein Trinkgeld anzusprechen.
Tugenden werden nicht nach ihrem inneren Werth geschätzt undgeordnet, sondern nach der Standesbrille. Der Adel schätzt Beschei-denheit, der Niedere höfliche Herablassung, die feinere Welt schätzt ge-sellige Eigenschaften höher als Verdienste; die gelehrte Welt schätzt einBüchlein höher als der Geschäftsmann einen Aktenstoß, der beide Armefüllt. Praktisch! praktisch! es ist ihm wie das, was man mit Händengreifen kann, wie dem Kaufmann baar! baar! Der gemeine Mannbeurtheilt Alles nach mein und dein, „es ist ein guter Zahler, eingar raisonuabler Herr," spricht er, und allenfalls noch „ein recht ge-meiner Herr!" Nur zwischen gleich und gleich werden allenfallsrichtige Urtheile gefällt; da aber jene Schwächen in den Verhältnissender verschiedenen Münde liegen, so müssen wir sie lächelnd entschuldi-gen, und einander ertragen; genug, daß man in jedem Stande nützlich,edel, selbst groß sein kann, wo nicht durch das, was man thut, aberhäufig durch das, was man leidet. Uniformen wirken mehr als manglauben sollte auf Uniformirung des Verstandes, und die Züge desäußern Lebens bilden so sehr das innere Sein, daß viele Tausendenichts weiter sind als Storchschnäbel.
Alle Stände führen ihren eigenen Wortkram (6ant); Bedienteeigene Gemeinsprüche zur Beschönigung ihrer Fehler; Wirthe undAdvokaten führen gar gerne Treue und Redlichkeit im Munde; Theo-
l Welch höllischer Lärmt Welche abscheulich« Musik! — Man spricht viel davon indcr großen Welt. - In welcher? ^