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Zeit vorüber sei, ließ den Sarkasmus gegen mich los. „Als dieChristen noch Schafe waren, ging der Schäfer voran, jetzt gehen wirhinten nach, denn die Schafe haben sich in Schweine verwandelt!"Wie viel Gutis hätten Hofprediger, die zuletzt auch Höflinge wur-den, in jenen Zeiten nicht stiften können, wo sie wie die Prophetendes alten Burdes sagen durften: „So spricht der Herr!" wenn sie soehrlich gewesen wären, als der alte Schwabe von Calw zu Heidelberg.„Wie kommen Große am leichtesten in den Himmel?" fragte der Kur-fürst: „Wenn sie das Glück haben, in der Wiege zu sterben." Nochzu Luthers Zeiten hatte Ehrengeistlichkeit kein eigenes Standeskleidaußer der Kirche; schwarz war die Farbe der Adelswelt, daher Luthersie für sich zu vornehm hielt; aber bald kamen unendlich kleinereLuther, die das gerade Gegentheil dachten, und die schwarze Uniformwar in der That ein kräftiger Hebel ihres Standes nächst der statt-lichen Perrücke. Papst und Mönche nannten sich in stolzer Beschei-denheit Lervus und Krater Inäigaus, l und sie unterzeichneten: „Un-würdige Diener des Worts zu N. N.," scheinen aber darüber nach-gedacht zu haben, als ein Schulze ganz treuherzig auf seine Adressesetzte: „An Herrn N. N., unwürdigen Diener des Worts zu N. N."Noch jetzt nennen sich manche gerne „Diener des Worts," „DienerGottes und der christlichen Kirche," und legen weit mehr Accent darauf,als der Soldat, wenn er vom Dienst spricht; aber die Lehrer derReligion und Moral sind Staatsdiener, wie andere, ja in Amerikagar nur Privatdiener. Noch hie und da kann man auf Dörfern hören:„ich bin Pfarrerssohn, Pfarrerstochter;" selbst Pfarrersmagd undPfarrerskinder haben wenigstens den Vorzug vor allen andern Kin-dern, daß sie ihren Vater haben taufen sehen.
Man denkt jetzt manchmal nur zu helle; selbst Kinder versteckensich nicht mehr, wenn der schwarze Mann die Straße herabsteigt, undaus den Kirchenrechnungen ist die Rubrik: „Für den Aufwecker," ver-schwunden, obgleich die Leute noch schlafen, nur nicht mehr in so großerAnzahl. Die brittischen Ostindienfahrer sollen nach dem Gesetz, wennsie hundert Seelen zählen, einen Schiffsprediger haben, und so nehmensie nur neunundneunzig Seelen, um das Gesetz zu umgehen, währendPhilipps II. fromme unüberwindliche Flotte hundert Franciskanerund hundertfünfzig Dominikaner hatte, mit einer päpstlichen Excom-municationsbulle. Die Stallfütterung wird immer mehr Mode; mitder Betheuerung sud Lcks xastorali^ steht es so schlimm als mit derl Diener — unwürdiger Bruder. — i Auf meine Ehre als Pfarrer.