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Cavaliersparole, und was soll werden, wenn der Zeitpunkt eintritt,wo man gar nichts mehr von Sünden wissen und das, was unsernehrlichen Alten Rene, Leid und Gewissensangst machte, als Kleinig-keiten höchstens ansehen wird? Wir sind bereits auf dem Wege: dieRedlichen sind im Himmel, und wenn ich an den rohen Haufen denke,ohne moralische Bildung, ohne Ehrgefühl, und oft in Noth, so grautmir vor einer gewissen Art Aufklärung.
Komisch ist es, daß es sonst im Stande der Theologen so vieleschicksalsvolle Verhältnisse gab, fast wie im Soldatenstande, die ihnherabwürdigen mußten. Brechter, Diaconus zu Biberach, hielt eineProbepredigt; einem Wurmdoktor und Marktschreier in der Kircheliefen die hellen Zähren von den Wangen: „Warum?" — „Ach! derHerr war mein Hanswurst; nie bekomme ich wieder so einen." Eskostete Brechter das Diaconat. Vormals studirte man schon darumTheologie, weil die Väter von Olims Zeiten her schon Prediger waren,oft bloß wegen eines Stipendiums oder der hinterlassenen Bibliothekdes Vaters; leider oft ohne alles Wachs zu einem Kirchenlicht, wo-durch natürlich ein Heer von brodlosen Candidaten entstehen mußte,während es jetzt daran zu fehlen scheint. Alles trug dazu bei, daßaus den alten Pfarrhcrrn Pfarrer, und zuletzt gar nur Pfarrwurden, ja in unserer neologischen Zeit, wo man das Pf aus derSprache verbannen wollte, machte man gar Farr daraus, und esentstand ein Prozeß über ein Testament, wo dem Farr ein Legat be-stimmt wurde, ob der Pfarr oder der Farr (Gemeindestier) gemeintsei? Sonderbar müssen auch meine Jugendideen über den geistlichenStand gewesen sein; mein Vater starb in meinem fünfzehnten bissechzehnten Jahre; ich wußte nicht anders, als daß ich Jura studirenwerde, beschloß aber nun, Theolog zu werden, und lernte heimlichHebräisch, sechs Monate lang; dann verlor sich die trübe Stimmung,die mich zum Theologen und Hebräer machte. Solche trübe Stim-mungen mögen Viele einst in Klöster geführt haben, die nach sechsMonden gar mit Sterne's Staar ausriefen: I o-m't Zot out! * und1792 unterhielt sich mein Religionslehrer bei meiner Rückkehr ausFrankreich sehr lebhaft mit mir über die schrecklichen Neuerungen:„Und was wird endlich aus der Geistlichkeit?" fragte er, 6su8orosrsipublioss, 2 war meine Antwort: sprachlos starrte er mich an, er-zählte sie weiter, nannte sie eine geniale, aber verdammte Idee, er-mangelte aber nicht, dem Fürsten, von dem doch meine Versorgung
* Ich kann nicht heraus. — r Slttenanfseher des Staates.