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sie auch gleich dem Mönch, der sie lateinisch anredet, nur deutsch er-widern: „die Apostel sprachen in vielerlei Zungen, ich muß Ihnendeutsch antworten," Alles, was Abbt in seinem Buche über das Ver-dienst so schön gesagt hat. Sie sind dem häuslichen Glück weit näherals andere Stände; einfaches Dorfleben, wenige Bedürfnisse und Re-spekt der Frau und Kinder vor dem schwarzen Kirchenrock und derKanzelstimme, und ich zähle erprobte Freunde aus ihrer Mitte. Einmir bekannter Prediger hatte zwanzig Kinder, und da bei dem ein-undzwanzigsten Nachbar Bäcker den Tanfschmaußkuchen verbrannte,ließ er ihn wissen, wenn er es das nächste Mal wieder so mache, sowerde er beim nächstfolgenden Familienereigniß nicht mehr bei ihmbacken lassen. * So besuchte ich öfters einen Vetter Pfarrer, der acht-zehn lebendige Kinder hatte, und wenn so eines um das andere beimFrühstück zum Vorschein kam, so dachte ich stets an die Auferstehung.Ich hätte den Ehrenmann wohl bei jeder Durchfahrt durch sein Dörf-lein besucht, wenn die Frau keine Pfarrherrin gewesen wäre, die ihmeinst beim Umhängen des Väschens sagte: „Mach's heute recht lang,sonst wird die Gans nicht weich."
Ich kann nicht der Meinung Luthers und Erasmns sein, die vonso fruchtbaren Priesterehen sagten: „Schlechte Zümncrleute liefern diemeisten Späne." Sie liefern meist nicht nur schöne, sondern was nochmehr sagen will, gute, unverdorbene, häusliche Mädchen, die denMann glücklicher machen, als überbildete Stadtsratzen, und haben auchstets in ihrer Abgeschiedenheit von der Welt Söhne gebildet, die derGeschäfts- und gelehrten Welt Ehre machten.** Ich liebe diesenStand, was vielleicht Viele nicht glauben, die mich manchmal Neckereienhaben treiben sehen, und wissen, wie ich von der hh. Theologie denke;aber ich sehe in dem braven Landprediger den Seelsorger des ge-meinen Mannes, von dem andere, und zwar weit geringhaltigereund unnützere Menschenkinder, nur holen und ihn sonst über dieAchsel ansehen. Der würdige Mann, der sich das Vertrauen seinerGemeinde zu erwerben wußte, so daß sich jeder Raths erholt, ehe eretwas anfängt, was er nicht selbst beurtheilen kann, und oft Rettungfindet, wäre es auch nur vor Advokaten und Prozessen — der ist einwahrer Seelsorger. Amen!
* Die guten Männer treiben wirklich manchmal ihr Vertrauen auf Gott zu weit.
** Manchem studirenden Jüngling, der über die Wahl seiner Laufbahn verlegenwar, habe ich gerathen, Pfarrer zu werden: „Bei Ihrer Gutmüthigkeit, bei Ihrem Zu-trauen zu den Menschen, laufen Sie hier die geringste Gefahr."