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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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heil dem Pfarrer. Es ist gewiß lächerlich, daß Tausende zuvor denArzt fragen: „Darf ich das essen? darf ich das trinken?" hier be-schämt uns abermals das liebe Vieh. Bei jeder Krankheit liegen Na-tur und Krankheit im Streite, der Arzt ist tertius iotsrvsoisns;'trifft er die Krankheit mit seinem Stock auf den Pelz, so genest derKranke; trifft er aber die Natur, so ist es aus, und daher sterben sowenig Städter eines natürlichen Todes, wohl aber der Bauer, derkeinen Arzt braucht, und vielleicht der erste Doktor war; er befand sichübel und steckte mechanisch den Finger in den Hals und die Natur er-leichterte sich. Dieser und der gerade entgegengesetzte Weg sind nochheute die kürzesten, zweckmäßigsten Wege; alle Krankheiten sind Um-kchrnngen der natürlichen Funktionen; alle Gesunde besorgen mit demMunde die Einnahme, mit dem Revers die Ausgabe, folglich müssenKranke die umgekehrte Ordnung beobachten; die Natur stutzt und kehrtwieder zur Ordnung. Die nordamerikanischen Wilden haben nocheine dritte Methode; sie blasen dem Kranken Luft in den Anus, bisihm die Augen aus dem Kopfe treten; diese Menge Wind erzeugt Aster-winde, die natürlich das Thor suchen, zu denen der andere Windhereingekommen ist, und so entstehen nicht selten die lächerlichsten Auf-tritte zwischen dem Doktor und seinem Patienten.

Die Alten schienen die schwierigsten aller Krankheiten gar nichtgekannt zu haben, die Seelenkrankhciten, man müßte denn das Heim-weh der ersten Eltern nach dem Paradies für eine solche halten, diesich freilich nicht heilen ließ, wie das Heimweh der Schweizer, undschwieriger war als Aoungs Heimweh, das durch gesundes Gehirngeheilt werden kann. In Scclcnkrankheiten todten wir uns selbst, inLcibeskrankheiten tödtet uns höchstens der Arzt; bei diesen suchen wirden Arzt, bei jenen stoßen wir ihn gerne von uns, und doch steht esmit uns, wie mit Fuchs und Panther in der Fabel; dieser hat vieleFlecken auf der Haut, der Fuchs nicht, aber desto mehr in seinemInnern. Seelenkraukheiten sind um so trauriger, als Gesunde sichnur selten in den Seelenzustand hineindenken können; die fixe Ideemuß fast ganz der Zeit überlassen werden, und ist so schwer zu heilen,als viele Große; die Seelenkrankheit nimmt die Vernunft gefangen,und der Kranke ärgert sich über seines besten Freundes wohlgemein-testen Widerspruch.

Man hat die Theologie die Wissenschaft von dem genannt, vondem wir nichts wissen, und so könnte man Arzneikunst die Wissen-

* Der Dritte, welcher dazwischenkommt.