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doctoren oder Oculisten (man muß sie meiden, wie die durchziehendenScheerenschleifer); der berühmte blinde Flötenspieler Dulon kam durcheinen solchen um seine Augen; vielleicht wäre er ohne dieses Mißge-schick der berühmte Flötenspieler nicht geworden, aber er machte dasEpigramm:
Viel wußt' ich eben nicht zu nennen,
Die Blinde sehend machen können;
Doch Sehende, die hat schon Mancher blind gemacht;
Auch mich hat so ein Schuft um das Gesicht gebracht!
Die Welt ist stets neugierig, veränderlich und leichtgläubig ge-wesen, und so wird es auch stets mehr Quacksalber geben, als gründ-liche Aerzte, und ihre Windbeuteleien stets tiefern Eindruck auf dengroßen Haufen machen, als der solide Doctor. Cagliostro's kleineFläschchen Wunderessenz zum Verjüngen gingen theuer und reißendabs; die Zofe einer Prinzessin soff ein solches Fläschchen rein aus alsLigueur, und da diese nach Hause kehrt, lange klingelt, endlich sichselbst zu entkleiden anfängt, siehe! da hüpft auf der Toilette ein fingers-langer Embryo herum — es war ihre verjüngte Zofe. Einfache erprobteHausmittel sind mehr werth, als hundert gelehrte Theorien über dieKrankheit, und Manches hat schon die gelehrtesten Aerzte beschämt,das Wilde oder alte Weiber erfunden hatten. Verdanken wir nichtdie Impfung den Weibern Cirkassiens, die von schönen Töchtern lebenmüssen, und die besten Mittel gegen Fieber und Schlangenbiß denWilden? Wir haben viele Mittel gegen das Schluchzen, und wäh-rend es die Doctoren sehr gelehrt erklären, sagt die Hausmutter: „Legedie beiden Nagel der Daumen unter die beiden Nägel der kleinenFinger, tief aber, bis zum Schmerz." Man athmet tief, und einKrampf vertreibt den andern. Und wie viele Krankheiten könnten wiruns nicht aus dem Sinne schlagen, oder vergehen, verfasten, verschla-fen und verbeißen, wie die Soldaten auf der Parade den Husten!
Demungeachtet aber bleibt ein solider Arzt ein wichtiger Mann,denn Gesundheit und langes Leben ist Naturinstinct und WunschAller. Der Rechtsgelehrte soll Mein und Dein erhalten; aber washilft's ohne Gesundheit? Der Theologe, wenn er auch von nichts alsder ewigen Seligkeit spricht, sucht doch möglichst die Zeitlichkeit zu ge-nießen in diesem Jammerthal. Welch ein Glück, daß die Gesundheitnicht käuflich ist! Nicht einen Gran würden Arme bekommen, christlicheund jüdische Juden würden Alles aufkaufen, reiche Schweiger undhoher Adel; aber so hat sie der Arme umsonst, und gewöhnlich im