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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Wissenschaftliche Weisheit des Lebens ist so fern von den trans-cendentalen Schwindeleien, als von der bloß sinnlichen Philosophie derEpikuräer; sie verbindet, vergleicht und ordnet unter Grundsätze, wasdie bloße Sinnenwelt getrennt unter einander geworfen und verwirrt; hat, und in dieser Beziehung ist Philosophie allerdings die Wissen-

' schüft aller Wissenschaften oder die Weisheit. Warum mußte doch in

unserer Zeit, wo man wirklich angefangen hatte, die öden, wüstenFelder unnützer Spekulationen zu verlassen, wo Frankreich die wirk-liche Welt, Staat, Adel und Geistlichkeit so kräftig zu reformiren suchte,Deutschland, Kant an der Spitze, die Welt der Ideen dermaßen revo-! lntioniren, daß wir Gefahr liefen, in die Finsterniß der Scholastik

s zurückzufallen? Der Mensch in der Wirklichkeit, die scharfsinnigsten

§ Beobachtungen über dessen Natur, galten nichts wehr; man priorisirteüber alle Erfahrung, und selbst über die Vernunft hinweg. In diesen; Zeiten kündigte ein junger Kantling seinem Mädchen die Ehe auf,

^ weil der Mensch nie Mittel, sondern Zweck sei, der männliche Zweck

aber das Weib znm Mittel herabsetze; das Mädchen lachte: „Ichhandle auch als Zweck, wollen Sie aber durchaus nur ein Mittel inmir haben, so will ich mich schon nach andern Zwecken umsehen."

Die Philosophenwelt erwartete die Wiedergeburt des Menschen-geschlechts vom kategorischen Imperativ, ^ und während dieFranzosen die Erde hatten, und die Britten das Meer, nahmen Deutschedie Luft und lauter überirdische Regionen, nnd die schwere Dunkelheit,in die sie sich hüllten, erleichterte ihre Eroberungen. Wem habenSterne am Horizont ihren Glanz zu verdanken? — Der Dunkelheit.Kants kategorische Imperative wären immer herrliche Moralprincipiengeblieben, wenn er sie auch in der alten Sprache so genannt hätte,und ich lobe mir den alten Wolf, trotz seiner dreiundzwanzig lateini-schen Quartanten nnd mathematischen Methode, oder seines Kapitels:äs otüoio et inoäo exonsranäi ventrem. * 2 Warum eine doppelteVernunft, eine theoretische und eine praktische, da schon eine so seltenist? Warum neue Terminologien? Wenn man die Mobilien imZimmer eines Blinden verrückt, so zwingt man ihn, sich gleichsam einneues Gedächtniß anzuschaffen, und dasselbe war der Fall mit demTübinger Magister, der klagte: „Das Denken hält mich auf im Stu-

r * lächle, wenn ich des großen Friedrichs Korrespondenz mit Suhm über Wolflese; aber was war diese Schwärmerei des Kronprinzen gegen die unserer Zeit für Kant?i * Grundsatz der Moralphilosophie (der unbedingte Selbftbefebl, moralisch zu handeln),

worauf Kant die durch seinen Skepticismus entfernten Grundlagen des Volksglaubenswreder aufbaute. — r Ueber die Pflicht und die rechte Art, den Unterleib zu entleeren.