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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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scheu.deren Sklaven waren. Die Geschichte der Natur erheitert, dieGeschichte der Menschen schlägt den Menschenfreund nieder, und wieVieles liegt erst begraben in Nacht und Graus, begraben von denAuswürflingen der Menschheit! Wer da bemerkt, wie es mit der Ge-schichte seiner Zeit geht, wie oft an seinem eigenen Wohnort ein Vor-fall auf so verschiedene Art erzählt wird, daß man kaum die Wahr-heit herausfinden kann, wie es wohl immer war, was erwartet er vonalten Geschichten? Berühmte Männer erhalten leicht schwärmerischeBewunderer, die ihre Geschichte unwillkürlich entstellen, wie wir schonim Ncucn Testammle, und bei Griechen, Römern, Arabern rc. findenkönnen, wie in Las Casas Werke über Napoleon: Los vsrltablesväritss sont blon üiMollos s, obtsnir gour I'Iiistoirs, ' sagte der Helddes Tags, und war Egoist genug, diese Schwierigkeiten selbst zu ver-mehren, daher er auch seine Memoires, wozu er auf St. Helena Zeitund Geschick genug gehabt hätte, lieber durch seine Jünger schreibenließ. *

Unsere Historikcir haben zwar längst die vier Monarchienmethodehinter sich; die Arche Noahs, das israelitische Lager, Salomos Tem-pel rc. werden wohl nicht mehr in Kupfer gestochen, wie in der großenallgemeinen Welthisüorie; das auserwählte Volk Gottes ist nur nochden Bossuets die wichtigste Nation der Erde, die griechischen Staatenund Könige nichts weiter als Kaziken oder deutsche Reichsgrafen,Reichsritter und Rei chsstädte; man vergleicht nicht mehr den Siegervon Minden mit dem Stadthauptmann Miltiades, Pitt mit Demost-hencs, und unsere Wcltnmscgler mit den Argonauten; wir kennenMonumente, alter als die mosaischen Urkunden, und selbst Kirchenge-schichtler legten ihr heiliges polemisches Gesicht ab, und erlauben sichsogar zu lachen über die großen Verirrungen des menschlichen Geistes.Und wem verdanken wir, daß die Geschichte ihr hebräisch-griechisch-römisches Gesicht gegen ein europäisches vertauscht hat? — Puffen-dorf; kosmopolitisch aber machte sie Voltaire, was man auch sonstgegcn ihn einwenden mag; Britten brachten Geschmack hinein, undunser Schlözer behandelte sie aus einem Gesichtspunkte, der den Schrökh

* Admiral Raleigh schrieb den zweiten Theil seiner Geschichte der Welt im Tower;er seh vorn Fenster aus einer Rauferei zu, schilderte sie einem ihn besuchenden Freunde,der canz in der Nähe gewesen war; dieser belehrte ihn, daß Alles ganz anders wäre, undRalägh warf die Handschrift des zweiten Theils seiner Weltgeschichte ins Kaminfeuer.Wie compendiös wäre das ungeheure Fach der Geschichte, wenn es Ändere auch so gemachthätten oder noch machten, die lange keine Raleighs waren oder sind!

l Die unzweifelhaften Wahrheiten sind für die Geschichte sehr schwer zu erlangen.

Demokritos. XI. 6