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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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spräche aber bloß zum linken. Hatte nicht selbst der große Friedrichlächerliche Vorurtheile gegen seine Muttersprache, gegen die reiche,herrliche Sprache der Deutschen, indem er ihr allen Wohlklang undTonkraft absprach, eine Phrase ausgenommen, die saubere Phrase:L. m. i. A.! Gewöhnlich legt man doppelten Werth auf die Sprachedes fremden Landes, wo man sich lange aufgehalten hat, und es hatetwas Natürliches; und in der Jugend — nun, Jugendjahre! VieleOberkellner haben mir meine eigene Naseweisheit in Languedoc insGedächtniß gerufen, wo ich einmal zwei Spanierinnen, die Französischredeten, Spanisch anredete. Sechs Sprachen ist die gewöhnliche Dosisdeutscher Gelehrter; Leute, die viel reisten, verstehen noch mehr, undich kannte einen Lohnbedienten, der ein Dutzend verstand, aber wederlesen noch schreiben konnte: vom Eindringen in den Geist einerSprache ist ohnehin keine Rede. Jener Pariser Kellner schrieb unterseine Adressen: in tbs KotsI tbe^ sxilcs sn§Iisb; * er wollte speak(sprechen) schreiben, um Engländer an sich zu ziehen, und dafür nagelteer sie, und es ging ihm wie unsern französirenden Deutschen, Deutsch-franzosen, die doch ziemlich absterben:

Geld hab' ich, Titel, Rang, was fehlt mich noch zum Glück?

Nichts, Excellenz, nichts als die Grammatik.

Die allersprechendste Sprache, die aber bloß die Natur lehrt, istdie Sprache zwischen Verliebten, und wer über Laffereien hinweg istund der gebildeten Welt angehören will, kann mit drei Sprachenwohl auskommen, seiner Muttersprache, der wissenschaftlichen und derUmgangssprache, und zu beiden letzten ist Latein und Französisch amgeeignetsten, weil sie einmal dafür bestimmt sind. Latein paßt nichtmehr recht, weil tausend Ideen, der Römerwelt unbekannt, Umschrei-bungen nöthig machen, und Imtiuitas inLma s. meäü aevi heraus-kommt, wie im Auslande ein bao t?ranyai8 oder I'rantzais rstngis;'daher: schwätzt lieber, wie euch der Schnabel gewachsen ist, Deutschin Deutschland! Vielleicht führen kommende Jahre Leibnitzens allge-meine Sprache in Zeichen, wie Algebra herbei, was ein schätzbarerZeitgewinn wäre und aller lächerlichen Polyglotterie ein Ende machte.Sind nicht die Musiknoten allen Musikern jeder Nation verständlich?aber Ideen sind freilich verwickelter als Töne. Vielleicht wird garRussisch Mode? — Sei es, eine Universalsprache Europas ist

i In diesem Hotel nagelt man Englisch. — 2 Letzte Latinität, oder Mittelalterlateiu.— Niederes oder Flüchtlirigsfranzösijch.