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Nniversalsprache des Mittelalters, und verstand weder Französisch, nochItalienisch, noch Englisch , ob er gleich in jenen Landern lange gelebthatte, und wir Neuern sind wahre Papageien geworden. Von Mi-Ihridates berichtet die Geschichte, daß er zweiundzwanzig Sprachen»erstand; Förster und Schlözer werden nicht weniger verstanden haben,und Gatterer gar zweinndvierzig, jedoch zu Hähern Zwecken. An denPapageien der Welt habe ich fast immer bemerkt, daß sie, wenn siefremde Sprachen ohne Accent vollkommen sprachen, leere Köpfe waren;-er Mann ist zufrieden, und so auch der solide Britte, wenn er nurverstanden wird, mag man ihn loben oder nicht. Wie sehr Sprach-wissenschaft übrigens das Denken hindern und endlich Ideen denWorten opfern kann, beweist Adelnng, der offenbar sein höchst ver-dienstliches Wörterbuch dadurch verdarb, daß er seinen Meißnerdialektzur Basis der allgemeinen Schriftsprache machte, gerade wie La Cruscaden Florentiner Dialekt; daher habe ich weniger gegen die Benennung„Kleienakademie." Schon Ennins war stolz darauf, daß er Griechisch,Römisch und Oscisch sprach, und glaubte daher, daß drei Seelen oderGeister in ihm wären. Solchen Sprachgeistern, in denen oft kaumein Geist ist, sondern lauter Wörter, und die nicht wissen, daß manneben seiner Muttersprache kaum eine zweite vollkommen lernt, ant-wortete ich stets, wenn sie mich in Gesellschaft in ihrer fremdenSprache anredeten, was sie so gerne thun: Deutsch! an Carl V.denkend, der mit Pferden Deutsch, mit Freunden Französisch, mitDamen Italienisch, mit Gott Spanisch gesprochen haben wollte; vonSprachmeistern sagte er gar nichts. Englisch ginge noch am ehestenan, denn es ist die beste Sprache, wenn man recht trocken, einsilbigund grob sein will. Gott soll im Paradies Deutsch gesprochen haben,die zischelnde Schlange Italienisch (Englisch ginge auch) und AdamFranzösisch, da er sich wegen seiner Galanterie entschuldigte. Einefremde Sprache und das Bewußtsein, solche gut zn verstehen, nächstder vorausgegangenen Mühe, sie zu lernen, besticht unser Urtheil;daher finden Viele Alles schöner und erhabener in der fremden, als inder Fraumuttersprache. Alle Philologen, und wenn sie noch so vielSprachen verstehen, man zählt dreitausend etwa, werden stets vonJemand beschämt, der alle diese Sprachen spricht — von dem Echo.
St. Hieronymus trieb die Sprachmeisterei allzu weit, der um derarmseligen Judensprache willen, sich die Zähne feilen ließ, und Mo-liöres Pankratius ging noch weiter; alle fremden Sprachen, die erverstand, durfte man ihm zum rechten Ohr hineinreden, seine Mutter-