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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Niemand macht den Vatern so viel Jammer, als ihre snngenKunstgcnies, gleich den drei Söhnen des allen sparsamen Muffs, diesich Mnffoni nannten, und mit Mnsikalicn, Bildern und Versen dasHandelshaus ruinirten, und die meisten Klagen über den lächerlichstenGenie- oder Küustlcrstolz werden gegen die Heldinnen und Helden desCothnrns, Eocens und der Oper geführt. Eine solche ThcatcrtruPPeist schwerer zu regieren, als Staat und Armee, und was auf demTheater des Staats der Ehrgeiz ist, ist auf dem Theater des Thea-ters — lächerliche Rollensucht. Der Wortführer einer ThcatcrtruPPe,der beim Präsidenten von Harlay Beschwerden vorzubringen hatte,schloß seine Rede: „Ich spreche im Namen aller meiner Herren Kol-legen," und Harlay erwiderte: „Nun, ich werde die Sache mit meinerTruppe überlegen."

Schon im Alterthum verfolgten sich Flöten- und Zitherspieler,und Marsyas wurde bekanntlich von Apollo lebendig geschunden.Thamyris ging mit allen nenn Musen einen Wettstreit ein, und ver-langte als Preis des Sieges alle nenn Jnngsranschaften, wofür ermit Blindheit bestraft wurde, und rief nicht Apelles selbst dem großenAlexander, der freilich etwas eavaliarement über Kunst gesprochenhaben mochte, vor allen seinen Schülern zu: „Schweige, damit dichmeine Handlanger und Farbenreiber nicht auslachen." Sagte nichtauch der Baumeister Apollodorns dem Kaiser Hadrian: „Gehe, undmale deine Kürbisse?" Wenn Apelles bei der gleichgültigen Kritikeines Schusters hitzig hinter seinem Gemälde hervorfährt: dls sutorUltra orspiäain, i ist das nicht die lächerlichste Empfindlichkeit? Wieoft müßte da ein Mann von Geist und Kenntnissen leeren Schwätzern,die weit mehr als Schuster sein wollen, sein: bts sutor ultra orsxi-äam! zurufen?

Namean, eines groben Anachronismus überführt, lief voll Zornaus Klavier: „Sind diese Accorde nicht mehr werth als eure Gelehr-samkeit?" — das Musikgenie betrachtete seine Kunst als ganz unab-hängig von der Poesie. „Gebt mir," sagte er, „eine holländischeZeitung, und ich setze sie in Musik." Wie bescheiden erscheint hierunser deutscher Zanner; ruhig hinter seiner Meistcrstatue Josephs II.ließ er „die Wiäner schwotzcn;" dem Einen saß der Kaiser nicht geradegenug, dem Andern war er zu alt gerathen, den Dritten wollte es ver-drießen, daß der Monarch im bloßen Kopfe reite. Zanner lachte nur,wenn der Schmied tadelte, daß das Pferd keine Hufeisen habe, der* Schuster, bleib' bei deinem Leisten