Band 
[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
Seite
126
JPEG-Download
 

126

nur allein empfangen kann. Solche Kunstjüngerlein gleichen den so-genannten gebildeten Juden mit ihrem ästhetischen Gewäsche, undfind auch im Stande, von einem Klaviervirtuosen zu rühmen: „Erphantasirt vom Blatte weg!"

Selbst Gaukler haben sich den Titel Künstler in unsern Zeitenbeigelegt, während doch noch Franzosen bloß von vansours , die Ita-liener von virtuos! nett' sguilidrio, und die Britten von UiäinAmaster > sprechen. Solche Gaukler, wenn sie aus der Tasche spielen,nennen sich auch wohl Professoren der Magic, und Wasserkünstler oderÄquilibristen, wenn sie das können, was jeder Pudel kann, wenn manihm einige Schwärmer an den Schwanz bindet. Die Schwimmmeistersind noch die nützlichsten, wie die Bereiter; sie sind neuern Ursprungs,und daher darf man es jenem alten Dorfedelmann nicht übel nehmen,wenn er den Schwimmmeister, der zwei Louisd'or für den ganzenCours forderte, fragte: „Und wie viel verlangt Er, wenn Er zu miraufs Zimmer kommt?" Bald wird es gar keine Handwerker mehrgeben, lauter ^rtistos, ^rtistss xsrruguisrs, ääorottsurs. ^ Schneidernennen sich Kleidermacher, Schuster Schnhfabrikanten oder Mitgliederder Lederverarbeitungsinnung, kürzer wäre Lederer, Kleiderer, Nadelist,Lederist u. s. w.; aber unsere Zeit geht hoch.

Schließlich bitte ich alle Künstler um Vergebung, daß ich ihnenunter den bisher behandelten Ständen den letzten Platz angewiesenhabe; ich kann Unrecht haben, aber unter allen Künsten bleibt dieKunst, in der die Franzosen immer noch, wie im Tanz, die Meistersind, die erste und beste — l'art äs vivrs. ^

i Tänzer. — Virtuosen des Gleichgewichts. — Reitmeister. — ? Künstler Perrücken-viacher, Künstler Stiefelputzer. — 3 Die Kunst zu leben.