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X.
Die Gelehrten überhaupt.
Die Gelehrten oder der Bücheradel bieten — darf ich es sagen?es fällt mir schwer — den reichsten Stoff für das Lächerliche, denndie Reizbarkeit der Söhne Apollo's, die bloß den Kopf mästen, wiedie Juden die Leber der Gans, oder gar den Kopf im Magen tragen,wie umgekehrte Krebse; ihr Gcniestolz, ihre Eitelkeit und Streitsucht,ihre Nervenschwäche und Magenkrämpfe gehen weit, und sind Schuldan der Maxime der Weltlinge: Gelehrte, Verkehrte! Hamannnannte sich selbst den Magus des Nordens; seine Werke sind durchMystik, Polemik und Dunkelheit so ungenießbar, als er selbst im Lebenwar; man hat ihn hochgepriesen, aber die Welt ruft hier mit Recht:„Gelehrte, Verkehrte!" Der Verfasser der Fragmente eines Menschen-sohns sagte bei 365 gelehrten Fragen, daß sie alle mit sechs Wortensich beantworten ließen: „So kann nur ein Narr fragen;" und komischist doch wohl, daß Viele so gerne von der Republik der Gelehrtensprechen, statt von der Anarchie der Gelehrtenwelt, wie zur Zeit der
Arauäs Rsxudligus.
Genie und Tiefgefühl geben schon an sich den Anschein der Thor-heit, und Feuerköpfe lernen nie, Zaum und Gebiß ihrer Phantasieanzulegen, glauben nie an rechter Stelle zu sein, und sind daher auchselten an rechter Stelle, und noch häufiger an gar keiner. Von ihrenInseln der Ideen, Ideale, Theorien und Principien wissen sie oft den
* Ihr hattet Euch für angesehen?
Kann man bei Euch zu Tische gehen? —
Hat Euer vieles Lesen je Euch selbst genutzt? —
Im dritten Stock Jahr aus Jahr ein Ihr sitzt.
Bei Hitz und Frost tragt Ihr dasselbe Kleid,
Nur Euer Schatten gibt als Diener Euch Geleit,
Verachtung nur ist Euer Theil, und Hohn! —
Laßt Narren reden; das Wissen selbst ist Euer Lohn.