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ein Anderer glaubte sich bald von Glas, bald von Stroh, und nahmdie gehörigen Vorsichtsmaßregeln; ein Dritter aber kam der Wahrheitam nächsten, der sich ohne Kopf glaubte; jedoch sorgte der Arzt füreinen physischen Kopf, er setzte ihm einen Hut auf von Blei. Wolltenicht Zimmermann in der Mitte des Ueberflusses verhungern, undfürchtete sich, noch betteln gehen zu müssen? er fürchtete sich selbst vordem Schmerz des Bartabuehmeus, vor dem Klystier, weil sein Betteverunreinigt werden könne, und vor allen Medikamenten aus Mangelneuer Hosen.
Gelehrte haben das mit den Weibern gemein, daß sie immer etwaszu klagen haben müssen, und haben gerne die Farbe der vor der Sonnein Blätter versteckten Pfirsiche; vorzüglich klagen sie über Kopfweh,die Krankheit des Genies; aber man dürfte Viele fragen: „Sie habenalso die Krankheit Anderer?" Fehlt es ihnen nicht an Odem undGesichtsfarbe, so fehlt's am Magen oder an Säften anderer Art, undes ist auffallend, daß es ihnen selten an Kindern fehlt, so wenig alsan Büchern. Der Wind, der in der Jugend im Kopfe saß, hat sichabwärts in den Unterleib gezogen; bei Besuchen gehen sie nicht gernemit ihrem Gast auf und ab, denn sie müssen zuviel und oft husten.Hierüber kann man noch lachen, wie über den bösen Geist Sauls;aber dieser Zustand macht sie gar leicht zu subtilen Henkern ihrerWeiber und Kinder. Sie quälen sie systematisch, wie mein unvergeß-licher, sonst so freisinniger Schlözer; er erlaubte sich im häuslichenKreise die widrigste Willkür, und klaubte Alles aus bis auf Kleinig-keiten, die sonst der heitere Mann lediglich der Frau überläßt, froh,nichts damit zu schaffen zu haben; daher machte er auch die historischeBemerkung, daß Gelehrte so gut als Pfaffen am Ruder den Despo-tismus geliebt hätten, und nur ein tüchtiger Despot ist sicher gegenWiderspruch und Widerstand. Starke Raucher, worunter auch meinlieber Schlözer gehörte, verdorren endlich wie Gesträuche. Die Modenkönnte man ihnen wohl erlassen, aber doch wohl nicht die Reinlichkeitim Anzüge und im Zimmer, gegen welches ein holländischer Viehstalldie Reinlichkeit selbst ist. Dintenflecken muß man noch mehr nach-sehen, wie dem Färber schwarzblaue Hände; gibt es ja Flecken imRuhme der größten Männer, ja selbst in Mond und Sonne.
Man kennt Nicolai's Phantasien, welche Blutegel heilten; abereine recht kranke Imagination ist nicht so leicht geheilt. Manchehaben sich doppelt gesehen, ja sogar ihren Tod auf einen bestimmtenTag vorausgesagt, und die Prophezeiung wäre wahrscheinlich auch