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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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zugetroffen, wenn nicht ein kluger Arzt den kranken Propheten überdiesen Zeitpunkt hinaus hätte einschlafen machen mittelst Opiums.Solche Auftritte machen allerdings lachen, aber bei einigem Nachdenkentritt Mitleiden an die Stelle. Wirkliche Uebel sind leichter zu tragenals eingebildete; dort bleibt die Zuflucht zu mir selbst. Ich und dasUebel sind zwei; hier aber nur eins. Kaut meinte, daß kein Denkerfein Leben zum zweiten Mal durchleben möge; Frauklin glaubte dasGegentheil und wünschte sein Leben noch einmal zu leben, allenfallsmit Abänderung der gemachten Druckfehler, und ich halte mit. Prak-tische Menschen sind stets mehr an die Welt und die Menschen gefesselt,als theoretische Einsiedler; thätige, handelnde Menschen sind nnrvorübergehend unzufrieden und geben sich, Gelehrte aber selten odernie; die Welt soll sich durchaus nach ihrem Kopfe richten.

Iliaoos iulra muros xsooatur et extra! *

Wer Gelegenheit hatte, mit Gelehrten ox xrokesso Umgang zuPflegen, wird gefunden haben, daß leider selbst die besten an derErbkrankheit der Gelehrten mehr oder weniger leiden — an Pedanterei;kein Stand zählt mehr Pedanten oder Steiflinge, wie Campe gesagthaben will, als der gute ehrliche Gelehrteustand; daher auch in derWelt Gelehrter und Pedant so gut als Synonymen sind. So wares schon im Alterthum. Hierokles legt seine bekannten Schnurreneinem Schulmanne unter (-r/aXa-rrix-!-); Gräculus oder Pädagoguswar den Römern gleichbedeutend mit Pedant, wie in unsern ZeitenMagister, Doktor und selbst Professor. Mancher Minister hat schon,gleich Richelieu, über die Besoldungen und Pensionen der Gelehrtengeklagt, die doch in der Regel im Verhältniß zu dem stehen, was siewissen; denn kein Monarch wäre reich genug, sie für das zu zahlen,was sie nicht wissen, und manche hochadelige Nase, die kaum ortho-graphisch schreiben, folglich den hohen Werth der Wissenschaften sowenig würdigen und den Mann, der ihnen obliegt, so wenig taxirenkann, als das Schwein die schöne Eiche, unter der es seine Eichelnfrißt, hat in recht würdigen Gelehrten, wenn sie ihren Zeitvertreib,Studiren, dem ihrigen, Spiel, Jagd, Tanz, Gasterei rc. vorzogen,bloß gelehrte Narren erblickt.

Gibt es nicht Pedanten in allen Ständen? Jeder, der überKleinigkeiten die Hauptsache, und über der Schale den Kern vergessenkann, ist ein Pedant; es gibt Pedanten aus dem Thron so gut, als> Innerhalb Jliums Mauern und außerhalb auch wird gesündigt.