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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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in Kanzleien; auf der Kanzel so gut, als vor dem Krankenbette; beider Armee so gut, als bei Hofe und auf Universitäten. Das Stuben-mädchen, das sich in ihr schön aufgeputztes Zimmer und den schöngekräuselten Nürnberger Stubensand vergafft, ist so gut ein Steifliug,als Seine Heiligkeit Papst Adrian, der die bezaubernden Meisterwerkeder Kunst der Alten abfertigt mit einem trockenen sunt ickola antiguorum.'Bekanntlich stellten die Stoiker sogar den Satz auf: „Der Weise alleinist König," und Freund Horaz schon hat die Pedanten zurecht gewiesenund ihre Maxinkeu verlacht als Luxerollluw stoivurn! ^

Wir sahen ehedem Regenten genug, große und kleine, die vonnichts als vom Dienste, von Taktik, Gefechten, Wachtparaden, Zollen,Schuhen und Linien zu sprechen wußten, auf der Parade den armenSoldaten höchsteigenhändig den Bauch einwärts und das Kinn in dieHöhe stießen, auf den Fuß schlugen, der einen Zoll weiter vorstand,als der des Nebenmannes, und den Befehl erließen, daß alle denSpieß des Cupido nur auf eine Seite, auf die Seite der Flinte legensollten. Dies Letztere hat auch bei der Reiterei allerdings Sinn, undist auch so hergebracht, daß selbst die Tochter eines Generals solcheswußte, und ihrem alten Vater den Rittmeister zeigte, der gegen dasReglement fehlte. Sie waren Pedanten, so gut als Seladon, dersich zum Sklaven seiner Donna, seines Friseurs und Schneiders macht,oder der Jurist, der so ganz Pandektist ist, daß er das FlorentinerExemplar wie eine lange nicht gesehene Geliebte küßt und dem Be-dienten, der einen Dieb packen will, befiehlt, den Kerl laufen zu lassen,da er in gimäruxlum ^ gehalten sei. Und welcher Militärpedant warnicht König Friedrich Wilhelm I. mit seinen Potsdamer Riesen! MitRecht hieß er is roi Sergeant, ^ denn ohne seinen Dessauer wäre ernichts gewesen: ist also dem militärischen Schriftsteller Folard seinePedauterei in seinem Polybius nicht weit eher zu verzeihen? Er wolltedie Kriegsmaschinen der Alten unserer Artillerie fast vorziehen, undsah überall nichts als Kolonnen, ja erlaubte sich sogar falsche Zeich-nungen aus baarer Liebe zu seinem Steckenpferde Kolonne. Ueber denHerrn Unterlientenant wollen wir herzlich lachen, der von Cäsar sagte:„Gott straf mich, Herr Bruder, dieser Cäsar war kein Friedrich, eswar ein Pedant, er schrieb seine Kriege lateinisch!" Voorda lebt inder Geschichte, der seine beiden Knaben in seiner Studirstnbe in zweiFässer setzte; der eine mußte hier das römische Recht, der andere das

* Es siud Götzen der Alten. — 2 Stoischer Hochmuth. — 2 Zum vierfachen Ersatz.— 4 Der König-Korporal.