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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Dinsstin, I und die Zeit ist längst vorüber, wo die Welt in einerUniversität das Universum erblickte, nicht bloß Lehrer und Studenten.Ich sehe auch größere Pedanten noch in Weltlingen, Geschäftsmännernund Soldaten, welche Gelehrsamkeit auf leichte Art durch das Hinter-thürchen der Journale nnd gelehrten Zeitungen zu haschen suchen, undnun auch ihr Wort drein geben zu können glauben. Die Vielwissereiunserer Zeit hat eine wahre Kipper- und Wipperzeit in die gelehrteRepublik gebracht, und ich hätte in unsern Bädern schon manchmalrufen mögen, was jener allzudeutsche Quäker einem wortreichen Offi-zier sagte: „Deine Trommel ist dein Sinnbild, sie klingt, weil siehohl ist." Ach, in der gelehrten Welt ist gerade wie in der höhernWelt auch unendlich viel, was bloß glänzt, aber nicht nützt. Wasläßt sich auch viel von bloßen Brodwissenschaftlern für das Ganze er-warten? Sie verkündigen ihr Heft zur angezeigten Stunde, die Jüngergehen damit nach Hause, der Vater darf sich schon freuen, wenn sienur Hefte auszuweisen haben, und haben sie Brod, so geben die Hefte,so gut als andere Handschriften, Fidibus. Gelehrsamkeit ist ein Scep-ter oder eine Narrenpeitsche, je nachdem der Mann ist, der sie hand-habt, und gar viele Bücher gleichen den Krebsen, wo es mehr auszu-klauben, als zu essen gibt, die wir aber dennoch lieben; sie ist eineNuß, die einen Zahn kosten kann, und mit einem Wurme lohnet.1?iü voei vlis iwoi, xiü kumo vü'srrosto, ^ gilt es nicht schon vonmanchen Schriften der Alten; und nun unsere Vielschmiercr? oder die,welche durch bloßes Wortgeklingel und blumigen Stil das Publikumtäuschen? Selbst mein sonst lieber Gibbon erscheint mir als eine ArtPedant, wenigstens wenn er sagt: „Ost mache ich zehn Wendungen inmeinem Studirzimmer, bis ich die rechte Wendung einer Periode er-wischt habe." Wir Deutsche könnten noch gar Manches von den Fran-zosen lernen, und so auch hier; sie sind neben nicht zu verachtendenKenntnissen die liebenswürdigsten Weltmänner, wovon tausend deutscheGelehrte gar keine Idee haben. Montesquieu empfing einst Fremdeungemein artig, führte sie in den Garten, vergaß den Schlüssel, sprangaber zuerst fort, ihn zu holen; er unterhielt sich noch im siebenzigstenJahre mit Damen wie ein Stutzerchen, den Verfasser der Lsttresköisaus» und des lempls äs Nuiäs nicht verläugnend, und so warenauch Voltaire, Helvetius, Diderot und neuere minder berühmte Ge-lehrte. Von Deutschen wüßte ich ihnen höchstens Heinrich Jakobi ent-

, ' Professor in Ernestin. — 2 Mehr Worte als Nüsse, mehr Dampf als Braten (d. h.

«IN vielversprechendes, aber kärgliches Mahl).