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alles persönliche Interesse; Geschäfte muß man sich zu festgesetztenStunden gefallen lassen, Wissenschaften werden hervvrgesucht, nur wennder Genius treibt. Hierin liegt sicher der Grund, warum Gelehrte,wenn sie nicht pedantisch vergessen, daß der Körper seine Ansprücheauch befriedigt haben will, älter zu werden pflegen, als Geschäfts-Männer, bei welchen ohnehin Leidenschaften auch öfters in Aufregunggebracht werden. Die Geschäfte erfordern mannigfaltige, oft unter-brochene Thätigkeit des Mannes, welcher Ehre und Pflicht achtet;gelehrte Untersuchungen erlauben ruhigere, ununterbrochenere, einfachereBeschäftigung; der Geschäftsmann lebt im Tumult, der Gelehrte inRuhe; erhalten demnach beide, jener den Kopf ruhig und dieser solchenthätig, so beweisen beide, daß sie nicht zu den gemeinen Seelen ge-hören und Beruf hatten. Jammerschade, daß der Gelehrte so leichtaus der Welt so weit hinaus, und der Geschäftsmann zu tief in'sWeltgewühl hineingeräth, denn nur Verbindung der praktischen Weltmit der intellektuellen liefert den Mann vonnns II kaut.'
Der schönste Zweck der Wissenschaften ist Ausbildung zum Wohlder Geschäfte und der Welt, Erwecknng eines feinern Sinnes fürWahrheit, vorzüglich aber für Tugend und sanftere theilnehmende Ge-fühle, die so gerne in der Welt stumpfer statt veredelter werden. Die-sen Zweck hatten die Alten vor Augen und nannten deßhalb die Wis-senschaften vorzugsweise Humaniora, menschliches Wissen, him-melweit verschieden von bloß amtlichem Wissen. Im Mittelaltergab es Gelehrte genug, die zugleich Geschäftsmänner und Kriegerwaren, so wie die großen Künstler, gleich Michel Angelo, Malerei,Bildhauer- und Baukunst mit einander zu verbinden wußten. Ciceroschrieb seine opora xkilosoxliioa " erst nach dem Untergänge der Re-publik, wo ihm nicht mehr erlaubt war zu handeln, und im Mittel-alter führte der Amtsvogt seine Untergebenen, die er im Frieden bloßin's Loch führte, auch in's Feld und in's Treffen.
Barbarei und Mönchsgcist machten leider die Wissenschaften zünf-tig; es entstanden die Aristokratien, genannt Universitäten; Ge-lehrte bildeten eine eigene Kaste an der Spitze, Handwerksmeister, dieAlles aufboten, einen Staat im Staate zu bilden, gleich der allein-seligmachenden Kirche. Gemeiner Brauchbarkeit entzogen, warfen siesich in die Brust, ganz vergessend, daß von Allem, was durch Wissen-schaften Großes geschehen und Böses abgestellt worden, sie nur dieGelegenheitsursachcn waren, nicht viel besser als die Diener, die den
r Wie er sein soll. — ? Philosophische Schriften.