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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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das Haus Bellarmins, um sich ein Instrument fertigen zu lassen, dasser Bellarmin wirklich habe aus dem Zimmer gehen sehen. DasTriumvirat der Pedanten Lipsius, Casaubonus und Scaligerus genoßvielleicht mehr Ansehen, als das Triumvirat der Römer. Noch vorfünfzig Jahren glaubten viele gebildete Reisende keinen, der Professorhieß, unbesucht lassen zu dürfen, sowie Pöllnitz kein Höschen, und jetztkann man gar wohl in Rom gewesen sein und nichts von Seiner Hei-ligkeit dem Papst gesehen haben. Wenn unsere Zeit Schriftstellerwieder zu gering anschlägt, so ist nichts Schuld, als Vielschreibereiund Ueberzahl der Schreiber, die höchstens Schreiben gelernt haben.Die Gänse können schwimmen, fliegen und laufen, aber Alles schlecht;aber ist es nicht derselbe Fall, der weit größere Folgen hat, in stän-dischen Versammlungen? Der wahre Gelehrte, der auf seine Zeit undkünftige Zeiten wirkt, ist so selten als das Einhorn, von dem wir seitPlinius Zeiten wenig mehr gehört haben, ist jedoch, Gott sei Dank!kein Phönix.

Wir zählen leider zehntausend Schriftsteller ungefähr in Deutsch-land, und wir werden immer darunter neuntausend annehmen dürfen,die sich für so vortrefflich halten, als die tausend, die unsere Achtungverdienen. Quintiliau zählte aber unter den Griechen und Römern,für welche Philologen ohne Weiteres geschwärmt haben ohne allenUnterschied — es sind ja Griechen und Römer, Classiker! — nursiebenundnennzig, die er der Aufmerksamkeit würdig hielt. Der Schrift-steller von bleibendem Werth kann nur seine Vollendung erreichen,wenn er unabhängig von der Zerstreuung bürgerlicher Geschäfte ist,und hat er die wahre Vovatio äivina, » so steht er, wo nicht höher,aber doch auf gleicher Linie mit dem Geschäftsmanne. Es ist fastverzeihlich, wenn dieser auf jenen verächtlicher herabblickt als früher,woran nichts Schuld ist, als die Schaaren der Buchhändlershuren;und es ist ein Jammer der Erbsünde überhaupt, daß die Menschleinihre gegenseitigen Vorzüge und Fehler nicht gegeneinander aufhebenkönnen, daher ich fast am Besserwerden zweifle, hier wie an der him-melweiten Spaltung zwischen Militär- und Civilmenschlein.

Geschäftsarbeit ist lästiger und unangenehmer als Gelehrtenarbeit,die sich mehr nach unsern Neigungen zu richten und daher selbst Geistund Herz zu heben vermag. In der Wissenschaft herrscht man, inder Geschäftswelt muß man dienen; Wissenschaften gehen in's All-gemeine, Geschäfte nicht selten in's ekelhafteste, kleinlichste Detail, ohne

l Göttliche Berufung.