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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Stadträthestühle, Canapses und Sorgenstühle, Betten, Bänke undStühle aller Art, nicht zu vergessen den Nachtstuhl.

Und wie gemüthlich sind viele alte Handwerksceremonien, ver-glichen mit der Etikette der Höfe? Welche alte Herzlichkeit und Wirth-schaftlichkeit spricht sich nicht in dem Gruße anS: „Guten Tag, FrauMutter, hat das Kalb auch Futter? was macht euer Hund? ist dieKatz gesund? legen eure Hühner viel Eier, und eure Töchter, habensie Freier?" Damals kümmerte man sich doch noch um Menschen undVieh und um die Töchter, ohne bloß dabei an sich zu denken. Wieganz anders der Gruß, wenn Schiffer sich grüßen mit Kanonen! DieHandwerksreden vor der Lade, oder auf dem Gerüste waren einmalnaiver als Kanzelreden, und weniger langweilig als die Reden großerHerren, die Lnnig zu sammeln für seine Schuldigkeit hielt.

Die Rede des Zimmergesellen auf dem vollendeten Sparrenwerkeeines Schweinestalles, der sich auf den Schöpfer, den ersten Bau-meister der Welt, beruft, dann auf die Arche Noahs, den babylonischenThurm, Moses Stiftshütte und den Tempelbau Salomvs übergeht,ist gewiß naiv, und genial der Uebergang: „So prächtig auch Allesgewesen sein mag, so hatte doch Jerusalem aus bekannten Ursachenkein Gebäude wie dieses!" Der Ausdruck geschenkte Handwerkerbedeutet Gastfreiheit gegen die Wanderer, und ist besser als ihr Gegen-satz gesperrte Handwerker, wo man nichts gibt, und am allerbestenwaren gescholtene Meister und Gesellen; die altdeutsche Redlich-keit sah nicht so leicht durch die Finger, und dies wäre wohl beihöheren Handwerkern einzuführen; nur ging man wieder zu weit; einMann ward gescholten, wenn er sich mit der Tochter eines Schäfersoder Schweinschneiders einließ, Umgang hatte mit Scharfrichter undAbdecker, einen Hund oder eine Katze todtwarf, oder so mitleidig war,einem Selbstmörder den Strick abzuschneiden!

Der alte Handwerksgruß: „Gott grüß euch alle miteinander, mitGunst bin ich aufgestanden, mit Gunst will ich mich wieder setzen;grüßte ich das Gelage nicht, wäre ich kein ehrlicher Schuster nicht;Gott ehre das Gelag, heut, morgen und den ganzen Tag; ist's nichtgroß, so ist's doch nicht an Ehre bloß rc.," freut mich mehr, als unserganzes wohlgeborenes Zeug in Briefen und andere demüthige, ver-ächtliche Curialicn. Der Kuustschreiner Röntchen zu Neuwied, der denTitel „königlich preußischer Geheimcrath" führte, verdiente ihn vorvielen hundert andern Geheimeräthen, wäre es auch nur, daß in seinenschönen Commodea wirkliche Geheimnisse ruhten, und die Schmiede-