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nuf ihren Dreifüßen oder Löchern Schillers Räuberlied anstimmen:„Ein freies Leben führen wir rc." Jean Jacques,, der es mit sovielen Ständen verdarb, verdarb es auch mit den Schneidern dadurch,daß er ihr Handwerk für haare Weibersache erklärte, und ich, wennich mich noch nach der Mode richtete, würde mich wohl hüten,auf den sogenannten Schneidervogel (Aocatilla sutoria) hinzudeuten,der mittelst Baumfasern mit seinem Schnabel stichhaltigere Stichemacht, als viele leichtsinnige, flüchtige Schneider mit Nadel undFaden.
Mehr als lächerlich war es, daß Handwerke, die eine geringe oderekelhafte, aber immer nothwendige und nützliche Beschäftigung hatten,oder bloß in keiner Innung standen, unehrlich und anrüchig seinsollten, wie unschuldige Bastarde auch, selbst vor dem Gesetze: Abdeckerund Schweineschneider, Henker und Gerichtsdiener, Leichcnträger undTodtengräber, selbst herumziehende Musiker, Maler, Köche, Wechslerund Geldmünzer, Tuchmacher, Leinweber und Schäfer, Barbiere, Ba-der, Müller und Trompeter. Sonderbare Zeiten! Der Reichsschlußvon 1731 reformirte, nahm aber doch die Abdecker aus, und da derScharfrichter meist auch jene Verrichtungen trieb, so mußte er sichgefallen lassen, in einem abgesonderten Kirchenstuhl zu sitzen, und dasAbendmahl wenigstens zuletzt zu empfangen, was ihn vielleicht wenigerkümmerte, als daß sein Einkommen neuerer Zeiten gar sehr abnehmenmußte. In meinem Vaterstädtchen stand der Stuhl des Scharfrichterszunächst an der Kirchenthüre; mein Oheim, ein Geistlicher aus einergroßen Stadt, und unbekannt mit dieser Sitte, trat in die Kirche, undin den ersten besten Stand, neben dem Scharfrichter — dies war 1796— aber die ganze Gemeinde fiel darüber aus ihrer Andacht.
Ich war stets gern in Werkstätten und unter fleißigen, ehrlichenHandwerkern, daher auch beliebt, und oft bewunderte ich die Fertigkeitdieser nützlichen Männer, und die Allmacht der Fertigkeit. Ein Nach-bar Nagelschmied sagte mir, daß. er wohl an einem Tage 2000 Nägelfertige, wenn er sich angreifen wolle; der Schmied bringt vielleichtkeine 100 zu Stande. Und wenn man sich erst in die Arbeit theilt,wie in den Nadelfabriken! Zehn Nadler liefern an einem Tage, sichin die Hände arbeitend, gegen 80,000 Nadeln, jeder also gegen 8000;ich glaube, daß ich mit einer den ganzen Tag zu thun hätte. Undwie verkannt sind die Tischler oder Schreiner? Sie fertigen dieThrone und Katheder, die doch die Welt regieren; den heiligen Stuhl,der einst ganz allein der Erde gebot; alle Kanzeln, Richter- und