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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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ten theilen muffen? Und sind die guten Nürnberger nicht noch heutefleißige Bienen, die das dürre Sandland umher nicht Knoblauchs-bauern hätte nennen sollen? Aber Undank ist der Welt Lohn. Wirgehen alle auf Leder, und verdanken es den Gerbern so wenig alsdem lieben Vieh, und Diejenigen, die auf bloßen Füßen, die Schuhein der Hand, gehen, bezeigen noch allein dem Handwerk Ehre.

Jedes Handwerk hat goldenen Boden, das sollten viele SöhneApollos sich hinter das Ohr schreiben, aus deren Köpfen Minerva nichthervorgegangen ist. War nicht Christus ein Zimmermann, seine ApostelFischer und Teppichmacher, Sokrates Bildhauer? Spinoza, ein Jude,bei denen sich die alte Maxime , daß Gelehrte eine mechanische Kunsttreiben sollten, erhalten hat, philosophirte, während er Brillen undandere optische Gläser schliff. Hand und Kopf kann sehr gut neben-einander bestehen, und der große Peter verstand mehr als ein Hand-werk. Dieses Genie schmiedete einst 18 Pud Stangeneisen, und kauftesich für den Lohn ein Paar Schuhe, und die hochadeligen Emigrantenunserer Zeit ließen sich zu allerlei Professionen herab, freilich oft zuDingen abovs tlls xrokession. ' Gelehrte, die das Gehirn fegen woll-ten, fegten ebenso gut Kamine; Kaminfeger stehen sich trefflich, siegehören aber auch unter die Schwarzröcke.

Aus Liebe zur arabischen Sprache und Literatur hungerte Reiskelieber, als daß er eine Pfarre oder ein Schulamt gesucht hätte; aberFranklin, der in den Straßen Philadelphia's herumirrte, ein Brod inder Hand, seinen Durst am Delaware löschte, und als GesetzgeberNordamerikas starb, das ihm eine Ehrensäule errichtete, half sich alsBuchdrucker, bis ihm das Glück lächelte. Manche Eltern haben zwardie Thorheit des Studirens bei ihrem Söhnchen eingesehen, wollenaber durchaus nicht weiter herunter; sie halten es schon dafür, wenndas Söhnchen Kaufmann oder Künstler wird; aber Handwerker?Narren! dem kann es nie fehlen, wie Gelehrten, Handelsleuten undKünstlern, und so lange es Diebe gibt, wird der Schlosser immerArbeit haben. Man hat Jean Jacques verlacht, daß er seinen Emilein Handwerk lernen läßt; aber es macht am unabhängigsten vornSchicksal, und noch besser vom Menschen, unabhängiger fast als einBanerhof, den ich in Kriegszeiten und Noth nicht mit mir nehmenkann wie meine Arme. Man kann sogar große Landgüter besitzen undsie mit dem Rücken ansehen müssen, wie wir gesehen haben, und dannist Danischmende's Kunst, Körbchen zu flechten, mehr als ein Landgut.

1 Die hoch über dem Handwerk stehen (Spitzbübereien).