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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Jrus, und in Griechenland und Rom gab es schon eine Menge freierBürger, denen der Staat Frucht austheilte und sie fürchtete; vielleichterlaubte man auch darum in Sina und Indien die Aussetzung derKinder, weil man bettelhafte Uebervölkerung scheute. Im Abendlandetrat das Heer geistlicher Bettler uns, die wieder Bettler genug mach-ten, und für desto vollkommenere Menschen galten, und für Narrenum Christi willen. Nun kam der Luxus und machte neue Bettler,recht vornehme Bettler, die sich nicht bloß bücken, sondern kuieen undsich zu Füßen werfen; Bonaparte sagte von einem solchen: oot bommsn ckix tois pluo gas moi, st osxsnckuut zs suis obligs cks ins buisssrxour l'sntsnckrs. '

Die Armuth gehört unter die bittern Früchte der Kultur, undmuß nothwendig nachtheilig auf den Charakter wirken, unverschämt,niederträchtig, neidisch, boshaft machen und voll Trug und Lug. UnterBettlern trifft man nicht selten Menschenkenner, die man bewundernmuß, und der schlaue Bettler wird z. B. lieber zwei Spazierende an-sprechen, als einen einzelnen, der vielleicht gar nicht vom Leder gezo-gen, oder weniger gegeben hätte. Zu dieser Menscheukenntuiß fügensie noch ebenso viel Geduld und Muth, und eine Gewandtheit wieSchlangen und Würmer. Schon Vater Homer sagte: „ein schamhafterBettler ist elend." Unsere Zeit hat sich viel mit Armenpolizei löb-lichst abgegeben, aber bei der tiefen Verdorbenheit der Bettlerkaste wirdsie doch niehr Stückwerk bleiben, selbst wenn die Vater der Spitälerund Waisenhäuser keine Rabenväter sind, und die Arbeits- und Zucht-häuser keine Lehranstalten zu noch größerer Jmmoralität. Wer ganzdas Leben der ächten Bettler will kennen lernen, vor welchen dochDeutschland noch bewahrt ist, der lese einmal Gays Bettleroper, diespanischen Bettlerromanc, keine Romane, oder reise nach Italien, vor-züglich nach Rom; in diesem heiligen Lande ist selbst Hungerstvdkeine Seltenheit.

Billig sollte es in wohleingerichteten Staaten gar keine Bettlergeben, wenn auch Arme; die große Bettelei ist ein Schandfleck neuererStaaten so gut als Sklaverei die Schande der alten Welt. Ein Mensch,der arbeiten will und keine Arbeit hat, hat das Recht, den ganzenGesellschaftsvertrag, folglich auch das siebente Gebot aufzurufen; bisdahin muß man ihn betteln lassen, wenn es nur nicht so arg ist, wieim heiligen Köln, wo einst unter 40,000 Seelen wenigstens 10,000

> Dieser Mensch hat zehnmal mehr als ich, und dennoch muß ich mich bücken, umihn zu verstehen (so tief neigt er sich vor mir, um etwas zu erkricchen).