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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Italien, und brauchten Italiener so viel Nahrung als Deutsche, somüßten sie verhungern oder sich selbst auffressen.

Sollte man aber für möglich halten, daß das Bettlerhandwerkunter die lustigsten zu rechnen ist? Man sehe eine Zigeunerhorde, undzunächst die Weiber, und wenn sie auch an jeder Hand ein Kind, dieFrau eines aus dem Rücken, eines im Arme, eines im Leibe, undbeide, Mann und Frau, noch ein halbes Dutzend in Petto haben, sielachen; den Müttern fehlt nichts mehr als noch die Beutel der Beutel-thiere. Dieses Völkchen mag, trotz besserer Polizei, in Europa immernoch zu 500,000 Seelen angenommen werden; es stammt nach Spracheund Sitten offenbar von den indischen Sutters, wie Grollmann be-wiesen hat, und ließ sich zuerst gegen das Jahr 1417 in Europa blicken.Stolz sagt der Zigeuner zum Freier seiner Tochter: „sie kann betteln."Betteln ist eine der ersten freien Künste, die nährt, so oft auch stattbaar Geld ein bloßes Gotthelf! Ickäio vi xrovsäerä! ' erschallenmochte. Arme Menschen! Ein Theil von euch klagt, daß ihn immerhungere, ein anderer, daß ihn nie hungern wolle, und jene sind glück-licher, und fehlt selbst die rnmford'sche Nothsuppe, nun, dann wandernsie in das Land, wo weder Hunger noch Durst ist.

Bettler leben im Paradiese, d. h. ohne Arbeit und wenigstenshalbnackend, wenn auch nicht wie Adam und Eva. Wenn ein Menschweiter nichts sein, als gesund, und weiter nichts werden will, als alt,so gibt's kein besseres Handwerk; sein Bettlerstab macht ihn glück-licher, als ihr Stab die Völkerhirten; nur Kleider machen Leute undLumpen, und man beneidet oft einen Bettler; ist solcher nicht auchschon darum beneidymswerth? Jener Bettler, dem König Max I. nureinen Kreuzer gab, machte große Augen. „Wenn dir Jeder so vielgibt, bist du reicher als ich," sagte Max. Der Bettler hat keine Feinde,keine Schmeichler, hat weder Wasser- noch Feuersgefahr, weder Kricgs-jammer noch Revolution zu fürchten, kein Gläubiger ärgert ihn, keinErbe merkt auf seinen baldigen Hintritt; wer ihn liebt, liebt ihn ledig-lich um seinetwillen, und zuletzt kann er noch in der Bibel lesen: „denArmen ist das Himmelreich!" Welche Vorzüge des Bettlers vor denReichen! nur in einem Punkt sind sie ganz gleich den Reichen: siesind nie zufrieden.

Unter den Völkern der Natur gibt es keine Arme, sie entstehen erstmit der Ungleichheit und dem Gelde. Schon in der Odyssee schlägtsich Ulysses als fremder Bettler verkleidet mit dem einheimischen Bettler1 Gott wird für euch sorgen l