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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Graf Rumford hat unsterbliche Verdienste um die Abstellung desBettels, der in Baiern furchtbar war. Die Bettler verkauften untersich die besten Bettelplätze, und wucherten sogar mit Beicht- und Com-munionzetteln; faule Hausarme jagten ihre Kinder in Regen und Schneehinaus, und sie bekamen Schläge, wenn sie nicht wenigstens zwölf bisvierundzwanzig Pfennige mit heimbrachten, was mancher fleißigeHandwerker des Tags nicht verdient. Rumford schlug als GegenmittelAufhebung der Klöster vor, und Mediatisirnng der kleinen Fürsten,Grafen und Herren; und diese frommen Wünsche sind Gott sei Dankerfüllt, und auch hier Alles besser geworden. An kleinen Orten gibtman gerne seinen Groschen oder Kreuzer, und bekommt freundlicheGesichter, und das ist besser, als mit Sterne dem Pater Lorenzo pre-digen und nichts geben; selbst seine schlechte Dose machte die Sachenicht gut; erst als der Mönch ihm die seinige dagegen gab, hatte esgute Folgen; es war eine Zeit, wo es viele Lorenzodoken in Deutsch-land gab, und die Armuth verlor nichts dabei.

Nichts malte schöner die Gierigkeit des Bcttclvolks, als eineFrankfurter Kaiserkrönung, und wie sie sich herumbalgten um die Je-tons, die der Kaiser vom Römer warf, wie sie sich nach dem Brunnendrängten, aus dem rother und weißer Wein sprang, wie sie mit Mes-sern nach dem gebratenen Ochsen wogten, und das rothe Tuch, audem der Krönungszug nach dem Dom ging, wurde so gierig hinterdem Kaiser abgeschnitten, daß mich wundert, wie k. k. Majestät nie indie Ferse gestochen wurde. Vor Kurzem sah man noch auf dem Römer-berge drei Krönungsochsenköpfe angenagelt, und es ist schade, daß mansie wegthat; die Bundestagsgesandten hätten da, wie Cicero prorostiio,' Reden halten können pro Lnesplialio. ^

Noch muß ich einer Art Bettler erwähnen, gefährlicher als die,welche wir so nennen, die Lumpen, und der alte Lumpenspiegel ver-diente wohl eine neue Auflage. Der Verfasser nennt Lumpen, die sichdurch eigene Schuld und Leichtsinn an den Bettelstab bringen, undtheilt sie in Aushanser, gute Männer, Prachtlumpen und Ehrenmän-ner. Der Mann soll kein Erbsenzähler und Hafengucker sein, sondernsich mit der Gcneralaussicht begnügen, die Frau aber soll sich um diebesondere bemühen, und sich hüten vor den eigenen Haushaltungsvor-theilen, die Lumperei herbeiführen, z. B.: Wozu Wein oder Bier ein-

t Auf der Rednerbühne. Diese war in Rom seit dem ersten punischen Kriege nutSchiffsschnabeln (rostris) verziert. Daher der Ausdruck: vor den Schiffsschnabeln.

* Bor den Ochsenköpfen.