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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Mitglieder des Ordens schon im höchsten Alterthum höchst zahlreichwaren. Die Hochwürdigen oder Priester waren stets die Obern desOrdens, selbst bei den Griechen und Römern, wo jedoch der Pinsel-orden lange nicht so gedieh, als im lieben Mittelalter, wo selbst diehöchsten Oberhäupter der Nationen dem Orden eifrigst ergeben waren,und da der Adelsstand über den der Priester die Oberhand bekam, soging natürlich das Großmeisterthum auf diesen über bis auf unsereZeiten, wo der Stand der Gemeinen, eicksvaut' nur In Vnvsills ge-nannt, ihm solches streitig machen will. Es scheint mir nicht, daßviel dabei herauskommen werde, denn es gehört zu den Eigenheitendes Ordens, daß er sich immer selbst am meisten im Licht steht.

Der Orden ist nngemein ausgebreitet, und gerade oft die wich-tigsten Stellen mit den Abkömmlingen derer von Schafskopf besetzt,oder wie sie in Schwaben höflicher genannt werden, derer von Zipfel.In gewissen Ländern, deren Klima dem Orden vorzüglich zusagt,scheint es wie in den weiland Domstiften zu gehen, die nur für ge-wisse Familien waren, oder beim Ritterschlag des Kaisers bei seinerKrönung, wo immer zuvor gefragt wurde: „Ist kein Dalbcrg da?"Der Orden hatte jedoch von jeher das Gute, daß er nie, wie derschwarze Orden Loyolas, im Finstern schlich, sondern frei zu Tagelag, sobald man sich nur nicht an Titel und Namen stieß, ein bischenin Lavaters Physiognomik sich umgesehen hatte, und vor allen Dingennicht allzusehr selbst vom Orden eingenommen war.

Es gibt geborene Mitglieder des Ordens, und diese sind stets diebesten und so gutmüthig, wie Walls Herr v. Bast, so lange mau sienicht in ihrem Glauben stört, daß sie Herren im Hause sind: hinter demRücken mag man immer über den Einfaltspinsel und gutmüthigenHaussimpel lachen. Sie lieben die Gemächlichkeit, Ruhe und dasGeld; das Uebrige überlassen sie gern Andern. Man könnte sie Herrenvon Heimchen nennen; sie hocken stets daheim, die ganze Welt beur-theilen sie nach ihrem Daheim und essen und trinken nur dann be-haglich, wenn sie am gewohnten Platze zu Tische sitzen, wo sie seitfünfzig Jahren saßen im Hausüberrock und Pantoffeln und Mütze;ihr drittes Wort ist: „Das habe ich mein Tage nicht gehört, meinTage nicht gesehen!" Man darf sie beneiden, diese Heimchen; sie sindglücklich in ihrer Manier, nur die Erbsünde der Heimchen macht siewidrig, zu verlangen, daß Jeder sich nach ihnen richten soll, währendr Vor Zeiten.

DemoMtoS. XI.

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