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XVII-
Der Pinselorden.
Unsere Leidenschaften und Liebhabereien, sobald sie die Grenzenüberschreiten, machen uns zu Mitgliedern des Ordens, welcher derzahlreichste aller Orden ist, verbreitet in allen Ständen, der aber amwenigsten Glanz verbreitet, des Ordens des Pinsels. Die Naturtheilt diesen Orden aus, aber im umgekehrten Verhältnisse ohne allesAnsehen der Person; das Kleinkreuz, das die Meisten tragen, folglichich auch, hat höhern Werth als das Commandeurkreuz, und dieseswieder Hähern als das Großkreuz; die Ehre des Großmeisterthumsaber wird sich jedes Kleinkreuz verbitten. Es gehört zu den Vortheile»des Ordens, daß man das Kreuz trägt, ohne es zu wissen, und dasmacht so glücklich als mehrere Dinge, die wir nicht wissen.
Der Orden des Pinsels — es versteht sich, daß das Wort wederim Sinne der Maler, noch weniger in dem der Jäger, wo es dieMannheit eines Rehbocks oder einer tüchtigen Sau bedeutet, genom-men wird, sondern figürlich — gleicht der sichtbaren und unsichtbaren,der streitenden und triuinphirenden Kirche hienieden, und ich habevielleicht gefehlt, von demselben zu allerletzt zu sprechen, da Rang undäußere Ehre dem Orden gerade die größte Herzensangelegenheit zusein pflegt. In allen Ständen finden sich Pinsel, und Alle, welche inandern Ständen keinen besondern Platz haben, finden ihn im Pinsel-orden, wie die Heiligen, die nicht besonders verehrt werden, am Festealler Heiligen. In den hinterlassenen Papieren des königlich däni-schen Staatsrathcs, Herrn von Schafskopf selig, befinden sich dieStatuten des Ordens, deren Bekanntmachung wir Knigge nicht genugverdanken können, der auch lange das Kleinkreuz des Ordens trug.
Der Orden ist uralt; Urvater Adam hat ihn schon getragen, undsich durch den Satan und das Weib darinnen aufnehmen lassen, unddie ältesten Urkunden des Menschengeschlechts liefern Beweise, daß die
i Glücklich die geistig Armen.