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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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wurst Gottsched von der Bühne verbannte und Wunder gethan zuhaben glaubte, als man solchen öffentlich bcgrnb? Der Narr bliebund hieß statt Harlekin bloß Häuschen; mau nahm ihm die bunteJacke, also kroch er in eine Livree weißer Farbe, statt buntscheckig;weiß und schwarz wäre vielleicht noch zweckmäßiger gewesen, aber wieleicht hätten die Sacrosancti Satire darinnen finden mögen?

Warum das Kind mit dem Bade ausschütten? warum edler seinals Griechen nnd Römer, unsere alten Muster, und edler als Ita-liener und Franzosen? Selbst der so ernste, devote Spanier hatseinen Gracioso. Cecchini, den Kaiser Matthias adelte, Dominicaden Ludwig XIV. gerne sah, Carlino oder Carl Bertinazzi, der zwei-undvierzig Jahre lang Paris amüsirte und noch im einundsiebenzigstenJahr aus der Bühne erschien, la Röche, den die Wiener nie vergessenwerden, waren die Bewunderung ihrer Zeit, geschätzt von den Großenund der Nation. Baron sprach gewiß mit mehr Beredsamkeit undGeist, als des Herrn Gottscheds Magnificenz gegen Harlekin, und dieItaliener, die mit Beifall auch französische Stücke gaben nnd nungegen Baron klagten. „Nun, was sagst du dazu?" fragte Ludwigden Dominico: „Erlauben Sie, Sire, in welcher Sprache soll ichreden?" — „In welcher du willst." Der Prozeß war gewonnendurch den Einfall Harlekins. Carlino machte Paris lachen, und warder größte Hypochonder; er klagte dem Arzt seinen Jammer, und wieviel er schon gebraucht habe. „Gehen Sie nur fleißig zu Carlino,"rieth der Arzt. „Ach, seufzte Carlino, der bin ich ja selbst!"

Carlino, Dominico, Thomassino in Frankreich, Sacchi in Italien,la Röche in Oesterreich leben in der Geschichte so gut als Helden;Hanswurst ist unsterblich und hat mehr Verstand in seinem kleinenFinger, als obige Magnificenz im ganzen hochwürdigen Corpus hatte,nur muß er in gebildeteren Zeiten beschrankt werden auf seinen Kreis.Lepper war der beste Harlekin der berühmten Theaterdirektorin Neu-berin, wollte aber durchaus auch einmal eine tragische Rolle spielenund spielte den Cato; ernst und tiefsinnig saß er über dem Phaedon,philosophirend über Tod und Unsterblichkeit, ohne aufzublicken; be-kanntlich unterbrach der Sohn den Monolog des Vaters, da jagte einSpaßvogel einen großen Pudel aus den Coulissen, statt des Sohnes,und Cato-Lepper deklamirte: „Was willst du hier, mein Sohn?" Sielächeln oder lachen nicht ? — Es ist mir so leid für Sie, als jener Miß-griff für den wackern Lepper; aber er selbst lachte mit dem ganzenPgrterre.