263
grotesken Hülle seiner epischen FastnachtsPoesie, wenn auch ein bessererGeschmack die Bewunderung in Verwunderung auflöst, liegt in derThat viel gesunder Menschenverstand für Pulcis Zeiten; man leseeinmal:
Na sopra tntto nel buon vino lio k'eäs,
L ereäo, ods srrivo, ^1i oreätz,
L ereäo nslla torta e nel tortello
I^'una v IL mnckrs, e l'altro s !I sua ÜKÜnolo,
II vero katernl'stro, s 11 k'e^atslloL possono esser tre, äue eä un solo! *
Die Italiener betrachten Morgante als ein Archiv aller Naive-täten des Florentiner Dialektes und der Sprüchwörter, die sie kiboboliäol Lrno 2 nennen; daher ist ihr Pulci nicht wohl zu übersetzen, abernoch heut im Original mit Vergnügen zu lesen.
Hoch steht Ariosto, der Dichter der italienischen Nation x«r'sein Orlando vereint Jlias, Odyssee und Don Quixote. Ariosto,geboren 1474 zu Ferrara, sollte sich den Rechten widmen, aber er liebtedie Alten und die Poesie, und so waren ihm Jura tllauoia, b wie erin seinen Satiren sagt; ruhig hörte er dem darüber polternden altenVater zu, denn da er gerade an seiner Cassaria arbeitete, so konnteer einen polternden Vater brauchen. Er hatte das Glück, in die Dienstedes Cardinals von Este zu kommen, wo er siebzehn Jahre blieb, hattejährlich 75 Scudi, die nicht einmal richtig bezahlt wurden, warf sichmit dem Cardinal ab, weil er nicht mit nach Ungarn wollte, undscheint sich im Dienste des Herzogs besser gefallen zu haben, jedochdie wilde Grafagna, wohin ihn der Herzog als Gouverneur sandte,konnte ihm so wenig gefallen, als der Odenwald. Der Cardinal fragtebloß: Aossor Imäovioo, ckovs avsto pigliato tanto Ooglianneris? ^als er den Orlando las. Papst Leo X. nahm ihn zwar in Schutz,that aber auch nichts für den genügsamen Mann, dessen höchster WunschUnabhängigkeit war, die er nie erlangte. Er starb 1533 zu Ferrara»in seinem eigenen Hause, das seine Verehrer noch heute besuchen.
Ariosto steht einzig da: erhabene und komische, groteske und mora-
i Vor Allem glaub' ich an den guten Wein,
Wer an ihn glaubt, wird stets erlöset sein;
Dann glaub' ich an die Torten, an Coufect,
Die Tort' ist Mutter und Confect der Sohn,
Und wenn dabei noch gut die Leber schmeckt,
Sind drei, zwei, eins, in jeglicher Person.
^ Scherzworte des Arno. — 3 Narrenpossen. — 4 Herr Ludwig, wo habt Ihr allvre Dummheiten her?