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lische Gedanken, wollüstige nnd schreckliche Gemälde fließen in seinemOrlando zusammen, was wohl der Cardinal mit seinem Ooxlionusriesagen wollte; aber man lese Orlando kurioao in seiner göttlichen Sprache,und man wird ihn wieder lesen. Galilei wußte den Orlando und dieSatiren auswendig; selbst Tasso, der einzige Nebenbuhler, der nochmit Ariosto verglichen werden kann, nennt ihn seinen Herrn undMeister. Noch heute ist Ariosto in Italien il dlvino,' nnd verdientdiesen erhabenen Beinamen eher als Dante, wie Michel Angela nndRaphael in der Kunst, während das Ausland Tassv vorziehen will.Tasso's Oorusaleinms liborata ist bekanntlich ein ganz ernstes Epos,das nicht hieher gehört, so wenig als Trissinos Italia llbvrata daiOotbi, das tief unter Tasso steht; eher gehört Marinas Adone hieher,dessen wollüstige Verse man dem Klima Neapels zuschreiben muß, deraber noch eher gelesen zu werden verdient als neuere Epopöen vollScharfsinn, worüber man ihm seinen tollen Gegenstand la 8tragsdsgli lonovonti ° verzeihen kann. Tasso arbeitete zehn Jahre an seinemEpos und feilte daran bis an sein Ende. Ariosto nicht; er setzte sichüber alle Regeln der Kunst hinweg; aber ich sage mit den Italienern:Obs rsgolo? ö regola, guunto tu un taut' uorno!^ nnd wenn mirAriosto erschiene, ich fiele ihm um den Hals, wie Aeneas seiner Creusa,und riefe wie der Cardinal: ma dovs avsts pigliato tants Ooglionneris?
Bojardo, Graf von Scandiano, wählte den gleichen Gegenstandwie Ariosto, starb aber darüber 1494, und scheint selten zusein, wäh-rend Berni's Orlando inainorato, der tief unter ihm steht, eine Fort-setzung und Ueberarbeitung Bojardo's, überall zu finden ist; aber siemachen ein Ganzes mit Ariosto. Berni, ein Florentiner, Secrctäreines Bischofs zu Rom, später wieder zu Florenz, wo er als Cano-nicus 1543 starb, gehört indessen immer zu den glänzendsten Köpfenseines Jahrhunderts, ein so lustiger Kautz, daß er darüber höheregeistliche Würden verscherzte, wäre es auch nur die lustige von ihm,gebildete Gesellschaft gewesen, die sich Vignajaoli (Winzer) nennt.Berni ist der Scarron der Italiener, die burleske Poesie heißt nachihm llloesia bsrnssoa, und daher erwartet wohl Jeder mehr Komisches,als er finden wird; die Abenteuerlichkeiten der Ritterwelt bieten selbstschon Komisches, aber Bojardo, Berni und selbst il vivino, was sindsie gegen Cervantes? Der Hauptreiz liegt im eigenen Reiz der harmo-nischen Sprache Italiens.
t Der Göttliche. — e Die Ermordung der unmündigen Kinder. — 2 Was Regeln?Regel ist Alles, was ein so großer Mann macht.