sich seit 1663 an der Seite der besten Dichter Englands erhalten,theils weil sie wirklich voll Witz und Laune ist, wohl noch mehr aberdurch ihr historisches Interesse für den Britten; daher sie dem Aus-lande nicht sein kann, was sie jenem ist, und daher die widersprechen-den Urtheile. Butler schildert die wilde Ausgelassenheit der religiösen-politischen Schwärmerei unter Carl 1., die zuletzt den König auf dasBlutgerüst brachte, und ist ganz national. Hudibras, leider nichtvollendet, ist ein windiger Ritter, pedantischer Richter und indepcn-dentischer Schwärmer, durchstreicht das Land, um Aberglauben undMißbrauche abzustellen, begleitet von einem ihm ähnlichen naseweisenSchreiber und Stallmeister Ralph, mit dem er immer dispntirt. Maumuß nicht die Zeit der Jndependenten vergessen:
Wo jeder Pfaff sein KanzcltuchAn Trommel statt mit Fäusten schlug.
Und Evangelientrompeter
Die Langohrschaar mit lautem Zeter
Zum Treffen bliesen;
und dann wird das hohe Interesse und das Vergnügen an diesemMeisterwerk begreiflich, das man jetzt selbst in England ohne Com-mentar nur halb versteht. Sonderbar bleibt es, daß noch jetzt Hudi-bras in Nordamerika fast in jeder Handbibliothek zu finden ist, undselbst einen Amerikaner Trumbull zu seinem komischen Gedicht MackFingal begeisterte, das ich nur aus Bristols Reisen kenne.
Wir haben Hudibras trefflich verdeutscht durch Soltau, aber mitAbkürzungen, die der, welcher das Original kennt, ungerne sieht, unddie Hogarth'schen Kupfer der englischen Ausgabe, London 1793, 4.,erhöhen den Werth, sind aber leider nicht für deutsche Beutel. Diehosenlose Philosophie unserer Tage hat Manches im Hudibras erneuert,was veraltet war, und Butler war einst gelesener, als sein ZeitgenosseMilton, wenn er auch gleich nicht selten das Decorum beleidigt unddie Stelle bei Soltau:
Wie Cacus, wenn er Kühe stahl,
Sie rückwärts zog in feinen Stall,
So zieht uns Männer Amor noch
Beim Schwanz in sein verwünschtes Loch —
im Original noch viel weiter und viel gründlicher ausgeführt ist.
Aber Butler wird stets unser Andenken verdienen; Sohn einesPachters in Worcester, 1612 geboren, studirte er, war eine Zeit laugDemolritos. XI. 18