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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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dorbenc Geschmack liest nicht lieber die rührende Geschichte Josephsund seiner Bruder in der einfachen Bibelsprache, als in Herrn Bitaubö'sEpos Joseph? Wer zieht nicht das Büchlein Tobiä Mayers Tobiasvor, und die Orakclsprüche der Weisen der Vorzeit , der Propheten,oder die Oden Davids, die Wcisheitssprüche Salomos und Sirachs,und die älteste Tbeodicse, das Büchlein Hiob, dem Odenregen unsererZeiten, unseren hohen Maximen und Sittcnsprüchen und selbst derTheodicse Leibnitzens? Nirgendswo erscheint mir Voltaire in einemoberflächlicheren, ekelhafteren und verächtlichere» Lichte und in größererGemüthlosigkeit, als in seinem Muster von Süffisance (den Geist desOrients und sein Gewand kennt er nicht von weitem), in seiner Lidls

autln oxptigiisa par an Luiuouler <ls 8a Nazssts lo Roi cks kiusss. '

Die Bibel ist das kindlichste aller Bücher, und Luthers Ueber-setzung das schönste altdeutsche Nationalwerk, das jede neuere, selbstbessere Verdeutschung überleben muß, denn sie ist geheiligt, wie dieTempelbüchcr selbst, durch den Altar, die Kraft und den Namen desNebersetzers. Und nun erst die Lehren des gekreuzigten Galiläers, wieunendlich erhaben sind sie über die Lehren des ägyptischen Findlings,des inspirirten Kameeltreibers und der orientalischen Weisen Zoroaster,Brama und Confuz-A, ja selbst des Weisesten der Griechen!

Die Bibel bleibt daher, auch wenn sie uns nicht erbaut, wie Mil-lionen um uns her zu sprechen Pflegen, die darinnen allein Trost fin-den; wenn wir auch die Verfasser dieser Bücher nicht mit den altenTheologen für Flöten halten, in welchen Gottes Geist den Ton an-gebe, oder für ^mmauususes, 2 denen die dritte Person der GottheitAlles in die Feder dictirte; wenn wir auch nicht im hohen Liede dieBraut Christi oder die Kirche finden, wie Pater Hardouin sogar inBirgils Aeneas Jesum sah, und in der Geliebten Horazens die Kirche,oder mit Bcngelius im neuen Testamente den stilus eurias aoslestls, ^— die Bibel bleibt dennoch, auch ohne Glauben an höhere Eingebung,ein Buch, das die Hochachtung des Weisen besitzt, und ein Handbuchjedes Freundes der Wahrheit und Tugend. Die Bibel hat, abgesehenvon aller Religion, das größte historische Interesse, und ungemein vielAnziehendes für den denkenden und gemüthlichen Menschen. Oft binich schon gefragt worden, da die Bibel in der Regel auf meinemSchreibtische liegt: „Ja, sind Sie denn ein Theolog?"

Unsere guten Alten trieben es mit der Bibel offenbar zu weit,

> Die Bibel, endlich erklärt durch einen Almosenier des Königs von Preußen. —r Handlanger. - - Himmlischer Curialstil.