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M. Schabers zweite Sünde an Ovids ars amaucki sein, nachdem manihm seine früheren Sünden an Virgil nnd Blumauer noch nicht ver-geben hatte. Ich will zur Probe Nachstehendes anführen:
Wenn du bei einem Mädchen bist,Alleine, einsam, heiter,
Und hast sie tüchtig abgeküßt,
Und kommst dabei nicht weiter:
So denk, daß du ein Esel bistUnd gar nicht Werth, daß du geküßt,Du unsers Herrgotts Rindvieh!
Dann spielt' ich an derSchniirbrust Rand,Dann glitt' ich durch die FalteDes Weißen, zarten FlorgewandBis zu des Busens Spalte,
Dann wagte ich mit schönster ArtNoch weiter abwärts meine FahrtIBis ins Privet der Liebe.
XXII.
Die Parodie der Bibel.
Die Bibel, oder das Buch xar' zu deutsch „Baumrinde,"
ist im ganzen Abendlande, was der Zend und Schou-King und Al-koran, zu deutsch Leserei, im Morgenlande, und unstreitig unter allenBüchern, die sich aus dem Alterthum erhalten haben, das merkwür-digste. Kein Buch ist so häufig abgeschrieben, gedruckt, übersetzt underläutert worden, als dieses Buch aller Bücher; keines hat in so wei-ten Kreisen und in so langen Zeiträumen gewirkt, und so viel Gutesund so viel Böses gestiftet; keines ist eine so reiche und so reine Quelleder nützlichsten Wahrheiten für alle Zeiten und alle Stände gewesenzur Erleuchtung und Besserung der Menschheit; und daher verdientkeines mit mehr Recht Bibel zu bleiben, als das Buch aller Bücher.Die Bibel ist uns, was den Griechen ihr Homer; mir ist sie mehr alsHomer und Horatius, Ossian und Shakspeare, meine Lieblinge — sieist mir heilig.
Die Bibel ist durch die Einfachheit ihres Ausdrucks und die Er-habenheit ihrer Ideen und Bilder nicht bloß für das lange Mittel-alter , sondern auch für spätere Zeiten Quelle, Norm und Ziel allerbildlichen Ansichten und Dichtungen. Die kleine hebräische Bibliothek,welche im Grunde die Weisheit der Aegypter enthält, ist älter alsHomer: wen muß sie nicht interessiren, der sie mit den Augen einesGoguet ansieht, oder noch besser unseres Eichhorns? Welcher unver-