I.
Knittelverse, komische Ableitungen und Namen.
Knittelverse scheinen, weit entfernt, Tadel zu verdienen, im Nie-derkomischen gerade an rechter Stelle zn sein; Hudibras besteht aus1200 Knittelversen, und unser Melchior Striegel, der ihm nicht nach-steht, liebt solche nicht minder; brauchen wir weiter Zeugniß? SelbstGöthe, Wieland, Blumauer und Nicolai rc. haben Gebrauch davongemacht, denn in diesen Knitteln scheint einiger naiver Witz zu liegen.Wenn's sich nur reimt! Wer kann in Knittelbegeistcrnng Länge undKürze der Silben oder Füße zählen, und habt ihr kein Ohr sür denReim? Die Inschrift einer italienischen Limonadebude:
I heiß Zucconi,
Verkauf Limoni,
Zu Köln da wohn' i,Die heilig drei Kroni,Sind meine Patroni —
ist so gut ein Knittelmeisterstück, als des deutschen Schullehrers Grab-schrift, die er selbst machte:
Hier liegt Schulmeister Welcher; Er gelehrt hat die Künste frei,
Für die liebe Jugend, welcher Ist es doch Schad — Ei! Ei!
und kann man nicht dabei lächeln, wie über die Leiden im Feld-zug 1812:
Und da sie gingen zu klagenDem Marschall ihr Leid,
So hörte man ihn sagen
Den trockenen Bescheid:Wozu sik beklak?
Sie ab ja Zwiebak.
Ganz ernst gemeinte Reimereien des Volks, deren Reime schonPoesie sind, machen oft mehr komischen Eindruck, als die ox xrcckessoaufs Lachen ausgehenden Dichtungen. Wir lächeln über de.n Hoch-und Deutschmeister Heinrich von Hohenlohe, der, aufgebracht über seineRitter in Preußen, sich aufs Pferd schwingend, reimt: „Abc, euer