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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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stens noch der Landmann beherzigt; „wer Eier will, muß der HenneGackern leiden," das befolgt allenfalls noch das Raffinement unsererZeit, und das folgende gilt ohnehin: „arme Leute behalten ihre Hühnernicht lange, und so auch Reiche ihre Töchter nicht lange, denn siereifen jetzt so bald, als jenen ihre Hühner und Kälber." Und werwünschte nicht mit unseren frommen Alten in unfrommen Zeiten:

Ein Glaube, Fried' und recht Gerichte,

Eine Elle, Maß und gut Gewichte,

Eine Münze und gut Geld,

So steht es wohl in aller Welt!

Wie Viele sahen schon diese Wünsche mit dem deutschen Bundes-tag erfüllt? Offenbar wünschte und erwartete man von, Bundestagzuviel; das Wort wirkte bei manchem Deutschen, begeisterte ihn, wieder Anfang der französischen Revolution selbst Männer von Geist undKenntnissen begeisterte; man vergaß, daß wir Menschen sind, und Po-litik immer mehr oder weniger, grober oder subtiler ^.ro knllsuäi üo-mines ' bleiben wird. Unsere Wünsche werden erfüllt werden anPfingsten auf dem Eis und am Tage des heiligen Nimmerlein. Wennnur ein Wunsch erfüllt wird, den ich der Jugend aus Herz gelegt habenwill, um ihr Privatglück zu sichern, bis das öffentliche Glück mehrreift und uns lächelt, bin ich zufrieden: „wenn ein alter Hund bellt,soll man Hinausgucken."

I. Agricola von Eisleben, Hofprediger zu Berlin (gest. 1566),führte viele theologische Fehden mit Luther und Melanchton, und siesollen, wie sein Interim, in Vergessenheit ruhen; er that etwas Bes-seres, als er im Eifer, daß Deutschland welsche, spanische und franzö-sische Kleidung, welsche Cardinäle, französische und hispanische Krank-heiten und welsche Praktiken, aber noch keine Sammlung deutscherSprüchwörter habe, deren fünfzehnhundert sammelte und solche oft sonaiv paraphrasirte, daß sein Werk von 1529, da es sich so selten ge-macht hat, eher eine Auflage verdiente, als hundert Schmierereien derneueren Belletristcnwelt. Agricola, den seine Feinde des Papstthumsbeschuldigten, ist gerade am naivsten, wenn er es mit Pfaffen zu thunhat, und ich spreche ihn von jener Anschuldigung frei, weil mir scheint,daß er gar oft mehr den lutherischen Papst vor Augen hatte, denMann Gottes, Luther, der so allmächtig war, daß er sich ihm fügenmußte, wenn er bei Brod bleiben wollte. Der Mann Gottes kannte

* Die Kunst, die Menschen zu täuschen.