Band 
[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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gen können; um die gute Nacht hatte mich mein leider unvergeßlicherTclemach gebracht.

Nach Mitternacht ging die Vorsorge für das Dorf an den Kolle-gen über, um dem bisherigen Sänger auch eine gute Nacht zu ver-schaffen, den ich leider auch abwechselnder Weise in jeder Stunde hörenkonnte:

I. Eins ist Noth, Herr Jesu Christ,

Laß dich finden, wo du bist.

II. Zwei Weg hat der Mensch vor sich,

Herr, den engen leite mich!

III. Drei Personen ehren wirIn der Gottheit für und für.

IV. Vierfach ist das Ackerfeld,

Mensch, wie ist dein Herz bestellt?

V. Die fünf Wunden bringen euch,

Wenn ihr'S glaubt, inS Himmelreich.

Man sieht, daß der Mann der Nacht auf einem Dorfe sang, und ausdem Inhalt, daß der Dichter der kastor looi, oder der ^xxouäix ou-veräotii ^ gewesen sein muß. Mit der fünften Stunde dankte er ab,wo auch auf Dörfern, und wohl schon um vier Uhr seine Wachsamkeitüberflüssig wird, die er in Städten wohl bis acht und zehn Uhr fort-setzen müßte, so wie er dort um acht Uhr schon anfängt zu wachen,wo in der Stadt umgekehrt der Lärmen erst recht anfängt. Wie ge-wöhnlich begann sein Zuruf: „Hört ihr Herren laßt euch sagen, unserGlock hat — geschlagen," da auf Dörfern die Weiber noch an denHerrn glauben und sich das Nöthige sagen lassen, und auf meinemDorfe konnte ihre Umgehung sie um so weniger verdrießen, als kastorlovt so galant war, in und außer der Kirche sie zu ehren, und aufder Kanzel der Schwestern desto rühmlicher zu gedenken, je mehr erüber die Brüder in Christo klagte. Uebrigens scheint der nächtlicheAufruf: „ihr Herren," der Montagne auf seinen Reisen so auffiel, ausReichsstädten abzustammen, wo unter Herren die Obrigkeit verstan-den wurde, oder die Senatoren, denen S. Magnificenz wieder sagte,wie viel die Glocke geschlagen habe. In Reichsstädten erwog manauch Juvenals: guis enstockist igsos oustoäss? ^ und daher mußtedem Rathhauswächter zu N. ein zweiter jede Stunde zurufen: „Wach-

1 Der Ortsgeistliche. — Das Anhängsel der Geistlichlcit (der Schulmeister), — 2 Wersoll die Wächter selbst bewachen?